Frauen Bundesliga, Austria Wien
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Wachablöse in der ADMIRAL Frauen Bundesliga. Nach zuletzt zehn Meistertiteln in Serie des SKN St. Pölten heißt der neue österreichische Meister in der ADMIRAL Frauen Bundesliga FK Austria Wien.

Im direkten Duell um den Meistertitel mit den St. Pöltenerinnen vor 2346 Zuschauer:innen in der Generali Arena schießt Carina Wenninger die Veilchen in der Nachspielzeit in einem dramatischen Finale mit dem 1:1-Ausgleich zum historisch ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Die Gastgeberinnen erwischen den etwas aktiveren Auftakt in die Partie und fordern die St. Pöltener Defensive in der Anfangsviertelstunde gleich zwei Mal. Tatjana Weiss köpfelt nach kurzer Corner-Variante in der 10. Minute nur knapp über das Tor. Zwei Minuten später zwingt Katharina Schiechtl SKN-Torfrau Carina Schlüter zu einer Parade nach Freistoß von rechts (12.).

Bei hochsommerlichen Temperaturen am Verteilerkreis wird die Partie im Verlauf des ersten Durchgangs zunehmend intensiver und ist geprägt von einigen Spielunterbrechungen. Es geht ohne große, nennenswerte Abschlüsse mit einem 0:0-Remis – welches der Austria zu Titelgewinn reichen würde – in die Kabine.

Die zweiten fünfundvierzig Minuten starten ausgeglichener, die Intensität bleibt auf beiden Seiten hoch. Beide Teams verstehen es jedoch, die jeweiligen Gegnerinnen vorerst an gefährlichen Torabschlüssen zu hindern.

Nach knapp einer Stunde kommt die Austria der Führung näher. Modesta Uka zwingt Carina Schlüter per direktem Freistoß zu einer weiteren Parade (62.). Drei Minuten später folgt die bis dato beste Chance der amtierenden Meisterinnen aus St. Pölten. Die eingewechselte Ludmila Matavkova zwingt die frisch gekürte Torfrau der Saison – Jasmin Pal – mit einem guten Abschluss im Strafraum zu einer Flugeinlage (65.).

Mit Beginn der Schlussviertelstunde erhöhen die Wölfinnen aus Niederösterreich zunehmend den Druck und sollten spät in Führung gehen. Nach Foulspiel von Katharina Schiechtl im Strafraum muss die Teamspielerin zunächst mit gelb-rot vom Platz, den fälligen Elfmeter verwandelt Leila Peneau in der 5. Minute der Nachspielzeit zum 1:0 für die St. Pöltenerinnen. Der Jubel über den elften Meistertitel in Serie hält allerdings nur wenige Minuten. Mit der letzten Aktion des Spiels bringt die Austria den Ball nach einem Freistoß noch einmal in die Mitte, die mitvorgeeilte Jasmin Pal rettet den Ball vor dem Aus, im Nachsetzen ist es Kapitänin Carina Wenninger, die mit dem 1:1-Ausgleich in der 10. Minute der Nachspielzeit die Austria zum historisch ersten Meistertitel schießt und alle Dämme brechen lässt.

Nach zehn Titeln in Folge beenden die Wienerinnen damit die Serie des SKN und feiern nach dem Gewinn des ÖFB Frauen Cup nun das Double aus Meisterschaft und Pokal.

Die Stimmen zum Meistertitel in der ADMIRAL Frauen Bundesliga:
Meistertrainer Stefan Kenesei, FK Austria Wien: „Ich bin einfach nur glücklich, aber ziemlich leer und müde zugleich. Wir haben uns auch nach dem Elfmeter in der 95. Minute nicht aufgegeben und das war genau das, was uns heuer ausgezeichnet hat. Man sollte sich überlegen, dieses furiose Finale zu verfilmen, das war ein Highlight, unglaublich, Drama pur. Ich habe immer gesagt, wer am Ende des Tages oben steht, sind die verdienten Siegerinnen und deswegen sind wir die verdienten Meisterinnen. Diese dramatischen Momente, die Sekunden, wo du erst ganz tief unten bist und kurz danach fliegt das Stadiondach weg, einfach grandios. Es war eine überragende Saison mit den Europa-Cup-Reisen, mit dem Cup-Spiel, jetzt das dramatische Finale. Es kann fast nicht besser sein. Jetzt heißt es mal abschalten, Akkus aufladen und einfach nur glücklich sein. Den einen oder anderen Drink werden wir uns genehmigen. Viel schlafen werden wir nicht und trotzdem haben wir uns das einfach verdient, dass wir heute so feiern dürfen.“

Siegtorschützin und Kapitänin Carina Wenninger: „Unfassbar. In diesem Ausmaß habe ich so etwas noch nicht erlebt. Das war ein brutaler Krimi und auch das, was glaube ich viele haben wollten: Spannung bis zum Ende. Die letzten drei Minuten waren sowieso unglaublich, das kann man gar nicht in Worte fassen. Heute wird schon noch ordentlich gefeiert. Ich bin sehr froh, dass es für uns jetzt so gelaufen ist. Die zwei Titel heuer sind überragend.“

FAK-Torfrau Jasmin Pal: „So etwas dramatisches habe ich noch nicht erlebt. Bei der letzten Aktion dachte ich einfach, ich muss nach vorne gehen und den Ball irgendwie im Spiel halten. Ich bin einfach mega, mega happy, dass das geklappt hat heute. Wir haben heute einfach Geschichte geschrieben. Auch wie die Fans heute da gewesen sind, war ein Wahnsinn.“

Laurent Fassotte, Cheftrainer SKN St. Pölten: „Es war eines der dramatischsten Spiele, das ist erlebt habe. Dennoch müssen wir der Austria gratulieren und positiv bleiben. Es war eine spannende und fantastische Saison. Im Fußball gibt es immer Gewinner und Verlierer, aber heute ist es natürlich frustrierend. Wir wussten, dass die Austria immer zurückkommen kann, darum war ich auch beim Führungstreffer noch sehr ruhig. Du bist im Himmel und auf einmal bricht alles wieder zusammen. Das ist Fußball.“

SKN-Kapitänin Jennifer Klein: „Mir fehlen aktuell noch die Worte, für das, was da passiert ist. Rückblickend muss ich schon sagen, ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Es war eine sehr, sehr harte Saison für uns. Viele neue Spielerinnen, viele Verletzungen, Krankheiten und so weiter. Es war wirklich nicht einfach und wir haben uns super konstant zurückkämpft. Im letzten Spiel dann so das Unentschieden zu bekommen, ist Wahnsinn. Ich hatte noch nie so viele Emotionen gleichzeitig in mir, das ist unglaublich schwer und wird ein paar Wochen brauchen, um es zu verarbeiten.“

Presseinfo

ÖFB

30.05.2026

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