
Der LASK sichert sich den langersehnten Titel im UNIQA ÖFB Cup. Die Linzer können sich in einem packenden Finale der Saison 2025/26 4:2 nach Verlängerung gegen den SCR Altach durchsetzen. Samuel Adeniran per Doppelpack, Moses Usor und George Bello bzw. Patrick Greil und Vesel Demaku zeigen sich im Wörthersee Stadion für die Tore verantwortlich.
Für den LASK bedeutet das den ersten Titel auf höchster, österreichischer Ebene seit 61 Jahren. In der Spielzeit 1964/65 wurden die Oberösterreicher Double-Sieger. Viermal war seitdem im Cup-Finale Endstation. Trainer Didi Kühbauer kann den Bewerb zum zweiten Mal in Folge gewinnen. Vergangenes Jahr jubelte er noch an der Seitenlinie des WAC.
Beim diesjährigen Endspiel sorgen 22.000 Fans in Klagenfurt von Beginn an für eine ganz besondere Atmosphäre. Unter die Zuschauer:innen mischt sich unter anderem auch der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll. Die ehemalige Skirennläuferin Stephanie Venier ist als Pokalträgerin im Einsatz, ihre aktiven Kolleg:innen Viktoria Bürgler und Marco Schwarz nehmen den Ehrenankick vor.
Geleitet wird die Begegnung von Schiedsrichter Julian Weinberger. Und es geht bei strahlendem Sonnenschein im Wörthersee Stadion munter los. Bereits in der 2. Minute kommt Kasper Jörgensen zur ersten vielversprechenden Chance des LASK, aber Torwart Dejan Stojanovic kann seinen an die kurze Ecke getretenen Schuss parieren.
Auf der Gegenseite zeigt sich Altach eiskalt. Nach einem weiten Einwurf von Mohamed Ouedraogo legt Lukas Jäger unter Bedrängnis mit dem Kopf ab, Patrick Greil steht goldrichtig, nimmt den Ball direkt und trifft zum 1:0 für den vermeintlichen Außenseiter (5.). Traumstart aus Sicht der Vorarlberger.
Die als Heimteam agierenden Linzer zeigen sich wenig beeindruckt, haben die schnelle Antwort parat. Sascha Horvath bringt den Ball von der linken Seite zur Mitte, Moses Usor läuft ein, haut am Elfmeterpunkt wuchtig drauf und stellt auf 1:1 (10.).
Beide Teams zeigen weiter einen guten Fußball, gehen intensiv in die Zweikämpfe und schalten schnell um. In der 21. Minute dann die vermeintliche Führung des LASK. Samuel Adeniran köpft aus kurzer Distanz ein, in der Entstehungsgeschichte des Tors liegt aber eine Abseitsposition vor. Nach einem Check der VAR-Bilder steht fest: Kein Treffer.
Die Kühbauer-Elf ist nun das etwas aktivere Team, findet durch Samuel Adeniran und Sasa Kalajdzic weitere Gelegenheiten vor (28.). Doch Altach schlägt zu! Nach einer Flanke von Yann Massombo legt Patrick Greil in den Rückraum ab, Vesel Demaku rauscht knapp vor der Strafraumgrenze an und setzt den Ball rechts zum 2:1 unter die Latte (30.).
Der LASK ist bemüht, eine Reaktion zu zeigen, bestimmt jetzt das Geschehen. Im letzten Drittel fehlen vorerst aber die zündenden Ideen. Einen Freistoß von Sascha Horvath kann Dejan Stojanovic sicher fangen (40.). Kurz darauf probiert es Horvath vom Sechzehner, doch sein Versuch wird geblockt (43.). Auf der Gegenseite pariert Lukas Jungwirth einen stark an die rechte Ecke angetragenen Schuss von Patrick Greil (45+1.). Es geht mit dem knappen Vorsprung der Vorarlberger in die Kabinen.
Kurz nach dem Seitenwechsel findet der LASK die Topchance vor. Dejan Stojanovic kann gegen Kasper Jörgensen nur kurz abwehren, Sasa Kalajdzic kommt wenige Meter vor dem Tor völlig unbedrängt zum Abschluss, doch er schießt genau auf den Torwart (49.).
Die Linzer haben weiter mehr Ballbesitz, doch Altach steht hinten kompakt, weshalb der Bundesliga-Tabellenführer vorerst nicht zwingend wird. In der 58. Minute versucht es Sascha Horvath dann einmal mit einem Dribbling, doch er legt sich die Kugel zu weit vor. Bei den Vorarlbergern verpasst Srdjan Hristic eine Hereingabe knapp (60.).
Einige Momente später bejubelt der LASK den Ausgleich. Nach einem weiten Abschlag von Lukas Jungwirth setzt sich Sasa Kalajdzic vorne gut durch, leitet auf Samuel Adeniran weiter, der übernimmt per Volley und versenkt den Ball sehenswert zum 2:2 in der linken Ecke (66.). Was für ein Finale!
Die Kühbauer-Elf macht weiter Tempo. Kasper Jörgensen probiert es aus der zweiten Reihe, doch sein Flachschuss geht an der linken Ecke vorbei (70.). Auf der anderen Seite des Platzes pariert Lukas Jungwirth nach einem Kopfball von Lukas Jäher mit einem guten Reflex (79.).
Beim LASK wird Samuel Adeniran mit einem Pass in die Tiefe von Sasa Kalajdzic freigespielt, doch er trifft aus leicht spitzem Winkel das Tor nicht (87.). Kurz darauf verzieht auch Sascha Horvath, nachdem er einen schnellen Haken zur Mitte schlägt (88.). In der 94. Minute köpft dann Samuel Adeniran zum vermeintlichen 3:2 ein, doch er steht hauchdünn im Abseits.
Der Final-Thriller geht in die Verlängerung!
Und die Oberösterreicher bleiben brandgefährlich. Wieder taucht Samuel Adeniran vor dem Altach-Tor auf, diesmal kann sich Dejan Stojanovic an der kurzen Ecke auszeichnen (94.). Auch Altach ist weiter bemüht, Nadelstiche zu setzen, kommt in dieser Phase aber kaum zu aussichtsreichen Gelegenheiten.
Im Gegenteil zum LASK – und diesmal drehen die Linzer das Spiel! Kasper Jörgensen flankt von der rechten Seite ideal zur Mitte, George Bello übernimmt volley und lässt den Ball per Aufsitzer zum 3:2 in der rechten Ecke zappeln (101.).
Nur zwei Minuten später sorgt Samuel Adeniran für die Entscheidung. Sasa Kalajdzic schickt seinen Teamkollegen mit einem starken Pass auf Reisen, der stürmt auf Dejan Stojanovic zu und schiebt kompromisslos zum 4:2 in die linke Ecke ein (103.).
Im zweiten Abschnitt der Verlängerung schwächen sich die Altacher auch noch selbst. Marlon Mustapha sieht nach einer Tätlichkeit gegen George Bello Rot (108.). In Überzahl spielt die Kühbauer-Elf die Partie trocken runter. Große Chancen sind in den Schlussminuten auf beiden Seiten Mangelware. Es bleibt beim 4:2 für die Linzer, was bedeutet, dass der LASK die Cup-Trophäe nach 61 Jahren erstmals wieder stemmen darf.
Die Stimmen zum Spiel:
LASK-Trainer Dietmar Kühbauer: „Es gibt kein schöneres Gefühl. Wenn man sechs Jahrzehnte einem Titel hinterherläuft, du heute zweimal hinten bist und zweimal zurückkommst und dann noch verdient gewinnst – da gibt es, auch für die Fans, nichts Schöneres und nichts Größeres.“
LASK-Spieler Sasa Kalajdzic: „Es ist unbeschreiblich. Es hat lange wie ein komischer Tag ausgeschaut, weil Tore aberkannt wurden und Altach mit gefühlt zwei Torschüssen in Führung gegangen ist. Wir sind aber zurückgekommen und haben gezeigt, was für eine Qualität wir haben. Wir haben, glaube ich, zurecht gewonnen.“
Altach-Trainer Ognjen Zaric: „Es war ein sehr interessantes Finale, den Zuschauern ist sicher etwas geboten worden. Wir wollten es aggressiv, offensiv angehen, uns gegen die aktuell beste Mannschaft in Österreich nicht verstecken, das ist uns gelungen. Leider, leider zählt am Ende der Sieg. Und deshalb sind wir natürlich enttäuscht. Die Jungs haben aber heute einen unglaublichen Fight gemacht und ein sehr gutes Spiel gemacht haben. Wir haben eine unglaublich tolle Cupsaison gehabt.“
Das Finale im Überblick:
LASK vs. SCR Altach 4:2 n.V. (2:2, 1:2)
Wörthersee Stadion
Tore: Usor (10.), Adeniran (66., 103.), Bello (101.) bzw. Greil (5.), Demaku (30.)
Rot: Mustapha (108./Altach)
Aufstellungen:
LASK: Jungwirth – Cisse, Tornich (91. Mbuyamba), Andrade – Jörgensen (114. Flecker), Bogarde, Horvath (113. Lang), Bello – Usor (83. Danek), Kalajdzic (113. Coulibaly), Adeniran
SCR Altach: Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Ingolitsch (106. Yalcin), Demaku (115. L. Gugganig), Bähre (106. Benjamin), Ouedraogo – Massombo (85. Gorgon), Hrstic (77. Diawara), Greil (95. Mustapha)
Der Weg zum Titel:
LASK: Wiener Sport-Club (A) 0:4, SV Horn (A) 0:2, SV Stripfing/Weiden (A) 0:4, Blau-Weiß Linz (H) 3:2, SV Oberbank Ried (A) 1:2 n.V., SCR Altach (4:2)
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ÖFB
01.05.2026