Am 8. 8. 1936 stand in Berlin das Olympia-Viertelfinale Peru vs. Österreich auf dem Programm. Die ÖFB-Auswahl verlor dieses Spiel sportlich, stieg aber am Ende auf dem „grünen Tisch“ auf. Zeit für einen (kontroversen) Blick zurück, Zeit für Sportreport-History!
Vor 5.000 Zuschauern im Stadion am Gesundbrunnen (Hertha BSC-Platz) sah es zunächst nach einem Sieg für die rot-weiß-rote Auswahl aus. Durch Tore von Walter Werginz (23.) und Klement Steinmetz (37.) führte Österreich zur Pause mit 0:2. In der Schlussphase des Spiels drehten die Südamerikaner das Spiel. Durch Treffer von Jorge Alcalde (75.) und Alejandro Villanueva (81.) stand es nach regulärer Spielzeit 2:2-Unentschieden. In der Schlussphase der Verlängerung trugen sich dann noch Teodoro Fernández (116.) und erneut Alejandro Villanueva (119.). Das Spiel endete somit mit einem 4:2-Sieg für Peru. Die Partie selbst war noch nicht beendet und hatte ein Nachspiel auf dem „grünen Tisch“.
Österreich legte gegen die Wertung des Spiels Protest ein, weil Fans von Peru nach dem vierten Treffer des Spiels den Rasen gestürmt haben. Die FIFA gab diesen statt und orderte eine Neuaustragung des Spiels an. Peru trat dafür nicht an, weil die komplette (!) olympische Vertretung aus Protest gegen die Entscheidung die Heimreise antrat. Wegen des Nichtantritts gewann Österreich das Spiel auf dem „grünen Tisch“. Diese Entscheidung der FIFA sorgt bis heute in Südamerika für heftige Reaktionen.
08.08.2023