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Zu Gast im Sky Sport Austria Podcast DAB | Der Audiobeweis waren Zoran Barisic, Geschäftsführer Sport SK Rapid Wien und Sky Experte Alfred Tatar.

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Zoran Barisic (Geschäftsführer Sport SK Rapid Wien):

…zum 5:0-Auswärtserfolg bei der WSG Tirol: „Wenn man das ganze Spiel betrachtet, war das Ergebnis möglicherweise zu hoch. Man muss ehrlicherweise sagen, dass wir vor allem in den ersten 30 Minuten nicht die bessere Mannschaft waren. Da hat uns Wattens dominiert. Aber nach der Systemumstellung und der Einwechslung von Grüll hatten wir einen besseren Zugriff aufs Spiel, es war dann viel flüssiger und dann haben wir auch schöne Tore erzielt.“

…weiter zum Spiel: „War jetzt vielleicht der erste Ansatz Richtung Zukunft.“

…angesprochen auf den Kader, die Torgefährlichkeit und das aktuelle Leistungslevel: „Glaube, wir haben sehr viele spannende Spieler, eine interessante Mannschaft mit Potenzial, aber es war natürlich so, dass es einen sehr großen Umbruch gegeben hat und die Mannschaft auch Zeit benötigt, um sich einzuspielen.“

…weiter zu diesen Themen: „Man hat immer wieder Phasen in vielen Spielen gesehen, dass da schon richtig Potenzial vorhanden ist und in der Mannschaft steckt, haben es aber leider nicht übers gesamte Spiel rübergebracht, auch jetzt nicht gegen Wattens.“

…weiter über den Kader: „Wenn sie es schaffen, so einfach wie möglich zu bleiben, vor allem im vorderen Drittel und wenn sie sich gegenseitig die Bälle zuspielen und sich gegenseitig alles vergönnen, dann sieht man, was dabei rauskommen kann und dann ist da sehr viel möglich, vor allem im offensiven Bereich.“

…über den Fußball, für den Rapid steht: „Ist schon so, dass du als Rapid für eine gewisse Art von Fußball stehen musst. Der ist offensiv ausgerichtet, der ist auch gepaart mit hohem Anlaufen und aggressiven Pressen, wenn möglich mit schnellem Umschalten, wenn es nicht möglich ist, dann übergehen ins Positionsspiel. Aber du hast halt immer einen Gegner zu bespielen und wenn man sieht, wie sich der österreichische Vereinsfußball entwickelt hat, dann es ist halt so, dass es ziemlich intensiv geworden ist und die Vereine mehr Wert auf Umschaltmomente, Pressing und solche Sachen legen, als auf das Spiel mit dem Ball. Hat sich einzementiert, aber du solltest trotzdem als Rapid deine eigene Identität finden und das eine beherrschen, ohne das andere auslassen zu müssen.“

…weiter zur Spielausrichtung: „Wollen uns dorthin entwickeln, dass wir meistens dominant auftreten.“

…angesprochen auf Marco Grüll, seine aktuelle Form und über Transfergerüchte: „Wir haben uns alle vorgestellt, nach den vielen Topleistungen im letzten Jahr, dass er den nächsten Schritt in seiner Entwicklung macht. Leider war es nicht so der Fall, seine Leistungen waren stagnierend. Ich habe natürlich mit ihm auch Vieraugengespräche geführt, um herauszufinden, woran es liegt. Es war im Sommer auch kein Angebot am Tisch, worüber wir sprechen hätten können. Daher hat seine Form mit einem möglichen Transfer überhaupt nichts zu tun gehabt. Denke, dass er sich selbst so unter Druck gesetzt hat, dass ihm die Lockerheit gefehlt hat. Braucht jeder Offensivspieler. Aber solche Phasen gibt es. Ich möchte aber nicht nur den Marco Grüll hernehmen, weil wir haben einige Spieler gehabt, die zu Beginn dieser Saison unter ihrer Form gespielt haben. Und wenn du vier, fünf Spieler hast, die nicht auf ihrem Leistungsniveau spielen, dann hast du natürlich ein Problem.“

…angesprochen auf die starke Rotation zu Saisonbeginn und über die Zusammenarbeit mit Trainer Feldhofer in diesem Bereich: „Natürlich unterhalten wir uns über Systeme, Aufstellung, Spielanlage, Ein-/Auswechslungen. Glaube auch, dass er jetzt gewisse Dinge anders machen würde.“

…über die Ansprüche und Ziele bei Rapid: „Ich sehe uns mitendrinnen, statt nur dabei. Unser Ziel ist natürlich, in die Meistergruppe zu kommen, dann gibt es die Punkteteilung und dann sind alles Finalspiele. Aber der erste Schritt ist, unbedingt unter die ersten sechs zu kommen.“

…weiter zu den Zielen: „Nächstes Ziel kann es nur sein, das Derby zu gewinnen. Wir haben im neuen Stadion noch kein Derby gewonnen. Es ist Zeit.“

…über das kommende Wiener-Derby: „Es ist ganz wichtig, dass man sich auf dieses Spiel freut, unabhängig vom Druck, weil der Druck ist eh immer da. Die Freude soll an oberster Stelle stehen. Jeder einzelne ist motiviert, aber es ist auch ganz wichtig, in so einem Spiel eine gewisse Lockerheit zu haben, um nicht überzupowern, vor allem wenn es so heiß zugeht, wie am nächsten Sonntag.“

…mit seinem Tipp: „Sieg Rapid, Höhe ist mir egal. Hauptsache wir gewinnen.“

…über die derzeitige Situation und Stimmung bei den Grün-Weißen: „Situation ist nicht leicht momentan. Aber ich sehe es als Herausforderung. Und wenn wir es schaffen, aus diesem Loch herauszukommen, dann haben wir schon sehr viel bewegt. Werden alles unternehmen, um diesen Turnaround zu schaffen. Mit dem nächsten Spiel haben wir schon die Chance, das Ganze in eine positive Richtung zu drehen. Diese Chance sollten wir ergreifen. Würde uns das Leben schon sehr leichter machen.“

…angesprochen auf die Gräben im Verein und über die anstehende Wahl des neuen Rapid-Präsidenten: „Ist müßig darüber zu spekulieren, wer Schuld daran hat. Tatsache ist, dass Rapid ein Mitgliederverein ist und jedes Mitglied eine Stimme hat. Natürlich gibt es viele verschiedene Interessen, aber das Wichtigste muss sein, dass alles im Sinne des SK Rapid Wien passiert und nicht die persönlichen Interessen im Vordergrund stehen. Es müssen einfach die Interessen des Klubs im Vorderrund stehen, komme was wolle, egal welche Listen es gibt oder welche da zusammengefügt werden sollen. An erster Stelle muss der Verein stehen.“

…über den Austausch mit Sportkoordinator Steffen Hofmann: „Hinsichtlich der Listen, wo er auch dabei ist bei einer, reden wir überhaupt nicht miteinander, weil ich mich in so vereinspolitische Dinge nicht einmischen möchte. Wir reden eher über unsere Tätigkeit beim Klub.“

…über das Aufgabengebiet von Hofmann: „Er ist bei allem dabei, er ist ein wichtiger Mitarbeiter. Nicht nur für den Verein, sondern auch für mich, weil er viele Dinge abdeckt, mir fernhält oder auch von mir übernimmt. War auch angedacht, dass er möglicherweise auch der nächste Geschäftsführer Sport wird.“

…auf die Frage, ob er sich aufgrund der anstehenden Rapid-Präsidentenwahl als Geschäftsführer Sport auf Abruf fühlt: „Nein, ich fürchte mich nicht. Versuche meine Arbeit so gut als möglich zu machen, gibt auch viele Ideen, um den Verein inhaltlich auf die nächste Stufe zu hieven, aber es gibt immer Faktoren, die man nicht beeinflussen kann. Wenn sich das neue Präsidium dazu entscheidet, diese Position zu wechseln, dann ist es so und wird es zur Kenntnis nehmen müssen. Aber bis dahin bin ich in der Verpflichtung, für den Verein alles zu geben und das tue ich.“

…auf die Frage, ob er sich vom neuen Präsidium reinreden lassen würde, wenn gewünscht wird, dass sich auf der Trainerposition was ändern soll: „Das Präsidium ist der Vertreter der Mitglieder und haben natürlich schon auch ein gewichtiges Wort, aber umso wichtiger wäre es, wenn wir sportlich erfolgreich sind, damit es gar nicht zu dieser Diskussion kommt. Wünsche ich mir auch für den Ferdl. Aber wenn ein neues Präsidium gewählt ist, wird man Entscheidungen respektieren müssen.“

Alfred Tatar (Sky Experte):
…zur Tabellensituation von Rapid: „Es fehlt ja noch das Spiel gegen Hartberg. Sollte man dieses Spiel gewinnen, stünde man bei 17 Punkten und hätte aktuell nur sechs Punkte Rückstand auf Salzburg, bei zehn Spielen. Und wenn man weiß, wie es jetzt bei Rapid zugegangen ist, dann wäre dieser Rückstand ja überhaupt nichts.“

…weiter zur Tabelle: „Man hat jetzt das Derby vor der Brust und dann das fehlende Spiel gegen Hartberg. Sollte man aus diesen beiden Spielen das Punktemaximum holen, dann hat Rapid einen sehr schwierigen Herbst wieder in Bahnen gelenkt, die für die Zukunft sehr vielversprechen sind und könnte damit diese große Unruhe wirklich sehr beruhigen.“

…über den Rapid-Kader: „Der absolute Lichtblick in diesem Team ist Niklas Hedl. Ist immer wesentlich, dass du einen Tormann hast, auf den sich alle verlassen können. Ist bei ihm der Fall. Sein Aufstieg ist sehr, sehr positiv zu bemerken. Mit ihm hat man einen zukünftigen Teamtormann.“

…weiter zum Kader: „Damit ein Team funktioniert, brauchst du vor allem auch eine funktionierende Innenverteidigung. Da habe ich bisher Probleme gesehen, weil immer Wechsel gekommen sind, wahrscheinlich auch wegen Belastungssteuerung. Dass jetzt wer das Kommando übernimmt, geschieht jetzt meiner Meinung nach mit Sollbauer. Für meinen Geschmack hat der jetzt seine Position gefunden und dürfte jetzt diese Innenverteidigung auch führen.“

…zu den negativen Punkten im Kader: „Der negative Lichtblick war die Form von Grüll. Grüll, der Rapid letzte Saison eigentlich permanent durch Topleistungen am Leben gehalten hat, konnte bisher nicht dieses Niveau bringen. Man hatte das Gefühl, dass irgendwas nicht so ganz richtig bei ihm passt, vor allem auch im psychischen Bereich.“

…über das kommende Wiener-Derby: „Man muss einfließen lassen, dass die Wiener Austria am Donnerstag noch ein Auswärtsspiel in Spanien hat. Daher: Die Austria kommt sicher nicht mit der Vorbereitung von Rapid ins Allianz Stadion.“

…weiter zum Derby: „Mit einem Sieg gegen die Austria könnte bei Rapid etwas geschehen, das man eine positive Spirale nennt. Ich erwarte mir ein torreiches Spiel.“

…angesprochen auf die derzeitige Situation bei Rapid: „Die Frage ist jetzt die, wie man die Energie aus den verschiedenen Gruppierungen auf einen Nenner bringt, damit es zu einer Einheit wird. Mit der Wahl zum neuen Präsidenten habe ich die Hoffnung, dass das passiert und man alle unter einen Hut bekommt.“

…weiter mit seiner Forderung an den neuen Präsidenten: „Nehmt einmal Marie in die Hand, damit man auch Geld in den Kader investiert, der dann in der Lage ist, endlich einmal Salzburg zu fordern.“

…über die „Mission33“: „Weil diese Mission ist das einzige, dass Rapid sportlich am Leben hält. Und Rapid ist es wert.“

DAB | Der Audiobeweis ist der Fußball- und Sport-Podcast von Sky Sport Austria. Hier diskutiert Kommentator Otto Rosenauer mit Moderator Martin Konrad, Sky Experten und Gästen über die Tipico Bundesliga, das ÖFB-Team, Österreichs Legionäre und internationalen Fußball, wie die Deutsche Bundesliga, die Premier League, die UEFA Europa League sowie die UEFA Champions League.

Die neueste Folge ist ab sofort frei empfangbar auf skysportaustria.at/podcasts/dab-der-audiobeweis/ sowie auf den gängigen Plattformen Spotify, Apple Podcast, Google Podcast, FYEO und Deezer abrufbar

Medieninfo Sky Österreich

05.10.2022