Bei den 23. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn in Umhausen (AUT) standen am Samstag zwei Medaillenentscheidungen auf dem Programm. Im Einsitzer der Damen konnte Evelin Lanthaler (ITA) ihren Titel erfolgreich verteidigen.
Auch im Doppelsitzer ging die Goldmedaille an die Titelverteidiger Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA).
Evelin Lanthaler erwischte auf der 955 Meter langen „Grantau-Bahn“ einen perfekten Tag. In beiden Läufen fuhr die Titelverteidigerin Bestzeit und gewann in 2.28,40 Minuten ihre dritte Goldmedaille nach 2015 in Sankt Sebastian und 2019 in Latzfons. Zur Vize-Weltmeisterin kürte sich mit einem Rückstand von 1,38 Sekunden Ekaterina Lavrenteva vom Russischen Rodelverband. Die lebende Legende im Rennrodeln auf Naturbahn (59 Weltcupsiege/12 Gesamtweltcupsiege/Vierfache Weltmeisterin) holte wie schon vor zehn Jahren bei der WM 2011 in Umhausen die Silbermedaille. Für die Gastgeber gewann Tina Unterberger (+2,21 Sekunden) als Dritte die erste Medaille bei diesen Titelkämpfen. Nach der Siegerehrung wurde die Französin Charlotte Marie Roche vom Internationalen Rennrodelverband zur FIL-Athletin des Jahres 2021 gekürt. Sie hatte in dieser Saison große Fortschritte gemacht und den WM-Lauf auf Rang 18 beendet.
Fünfter WM-Titel für Pigneter/Clara
Im Doppelsitzer haben die Italiener Patrick Pigneter/Florian Clara ihre Favoritenrolle eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit Bestzeit in beiden Läufen sicherten sich die Routiniers in 2.34,60 Minuten ihren insgesamt fünften WM-Titel nach Moos 2009, Deutschnofen 2013, Sankt Sebastian 2015 und Latzfons 2019. Dank eines fulminanten Finales holten sich die Europameister Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (ITA) mit einem Rückstand von 0,90 Sekunden ihre erste WM-Silbermedaille, nachdem sie nach dem ersten Lauf noch auf Rang vier gelegen waren. Die Bronzemedaille ging an die Österreicher Christoph Regensburger/Dominik Holzknecht (+1,00 Sekunden), nur 0,02 Sekunden vor ihren Teamkollegen Fabian Achenrainer/Simon Achenrainer (+1,02 Sekunden). Detail am Rande: Die Juniorenweltmeister 2012 Regensburger/Holzknecht hatten vor drei Jahren ihre Karriere beendet und waren in der Saison 2020/2021 eigens für die WM in ihrem Heimatdorf Umhausen in den Weltcup zurückgekehrt. Nun – nach ihrer ersten WM-Medaille in der Allgemeinen Klasse – landet die Rodel wieder im Keller.
Am Sonntag stehen bei den 23. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn die beiden letzten Medaillenentscheidungen auf dem Programm. Das Rennen im Einsitzer der Herren und der Teambewerb werden auf der Homepage des Internationalen Rennrodelverbandes FIL im Livestream unter https://www.fil-luge.org/de/live-streaming-naturbahn übertragen.
Das sagen die Medaillengewinner:
Einsitzer Damen
Evelin Lanthaler (ITA/Gold): „Ich bin voll zufrieden und habe eine Riesenfreude mit dieser Goldmedaille. Der Vorsprung ist zwar groß, aber es war alles andere als einfach diese Topleistung in diesem Rennen abzurufen. Auf der Bahn habe ich alles ausgeblendet und war sehr konzentriert. Besonders gefreut habe ich mich über die Glückwünsche im Ziel von Greta Pinggera, der es heute leider nicht so gut gegangen ist.“
Ekaterina Lavrenteva (RLF/Silber): „Es ist schön nach so langer Zeit bei einer Weltmeisterschaft wieder auf dem Podium zu sein. Natürlich hätte ich den ein oder anderen Fehler vermeiden können, aber ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden.“
Tina Unterberger (AUT/Bronze): „Ich bin ganz schwer in die Saison gestartet. Je näher aber die WM gekommen ist, desto besser war meine Form. Mit dem zweiten Lauf bin ich nicht wirklich zufrieden, aber es hat gereicht und ich habe eine sehr große Freude mit der Bronzemedaille. Danke möchte ich meinem Servicemann Robert Batkowski, der mir super Material zur Verfügung gestellt hat.“
Doppelsitzer
Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA/Gold): „Wir waren die Favoriten und nach den Trainingsfahrten war der Druck noch größer. Deshalb waren wir vor dem Rennen schon ein wenig nervös. Trotzdem sind uns zwei gute Fahrten geglückt und es ist natürlich ein super Gefühl, wieder Weltmeister zu sein.“
Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (ITA/Silber): „Wir haben im Finale Vollgas gegeben und sind natürlich überglücklich, dass wir sogar zwei Plätze gutmachen konnten. Teamkollegen wie Pigneter/Clara zu haben ist ein Riesenglück, denn von solchen tollen Athleten können wir einfach unglaublich viel lernen.
Christoph Regensburger/Dominik Holzknecht (AUT/Bronze): „Wir sind sehr zufrieden. Eine WM-Medaille war unser Ziel für diese Saison und das haben wir – wenn auch ganz knapp – erreicht. Heute war das Glück auf unserer Seite. Es war absolut die richtige Entscheidung, noch einmal zurückzukommen. Auch, weil hier in Umhausen einfach alles perfekt passt. Doch das war jetzt definitiv unser letztes Rennen.“
Der Medaillenspiegel nach Tag 1:
1. Italien: 2 Gold/1 Silber/0 Bronze
2. Russland: 0 Gold/1 Silber/0 Bronze
3. Österreich: 0 Gold/0 Silber/2 Bronze
Das Programm der 23. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn 2021
Sonntag, 14. Februar
09.30 Uhr: 1. Wertungslauf Einsitzer Herren
11.30 Uhr: Finallauf Einsitzer Herren, anschließend Blumenzeremonie
13.30 Uhr: Teambewerb, anschließend Blumenzeremonie
Evelin Lanthaler und Pigneter/Clara küren sich in Umhausen zu Weltmeistern
Auf der spektakulären Grantau-Bahn im Ötztal gab es am Samstagnachmittag im Rahmen der 23. FIL Weltmeisterschaft im Rennrodeln auf Naturbahn die ersten beiden Medaillenentscheidungen. Bei klirrender Kälte trumpften die Rodler der italienischen Nationalmannschaft auf. Im Einsitzer der Damen setzte sich Evelin Lanthaler durch, bei den Doppelsitzern triumphierten Patrick Pigneter/Florian Clara. Am Sonntag gehen die Titelkämpfe in Tirol mit den Entscheidungen im Einsitzer Herren und dem Teambewerb zu Ende.
Evelin Lanthaler hat eine perfekte Saison 2020/21 hingelegt. Nach den sechs Weltcupsiegen (in sechs Rennen) in diesem Winter und dem damit verbundenen souveränen Gewinn des Gesamtweltcups, kürte sich die 29-Jährige aus dem Passeiertal auch zur Weltmeisterin. Für die „Azzurra“ war es der insgesamt dritte Weltmeistertitel in ihrer Karriere, nachdem sie bereits 2015 (St. Sebastian) und 2019 (Latzfons) Gold geholt hatte.
Auf der Grantau erzielte Evelin Lanthaler in beiden Läufen Bestzeit und gewann schließlich mit einer Gesamtzeit von 2.28,40 Minuten. Die Silbermedaille ging an die „ewige“ Ekaterina Lavrenteva (Russischer Rodelverband), die 1,24 Sekunden langsamer war als Lanthaler. Das Podim komplettierte die Österreicherin Tina Unterberger (+2,21). Der ÖRV-Rodlerin aus Bad Goisern reichte die fünfte Laufzeit in der Entscheidung, um den Bronzerang nach dem ersten Lauf zu verteidigen. Greta Pinggera aus Laas, die im Vorfeld zu den Medaillenanwärterinnen gezählt wurde, verhaute den ersten Durchgang. Von Rang sechs verbesserte sie sich mit der dritten Laufzeit auf den fünften Platz, unmittelbar hinter ihrer jungen Kollegin aus dem italienischen Nationalteam Daniela Mittermair (Deutschnofen). Als beste deutsche Rodlerin belegte Lisa Walch den achten Platz (+4,04).
Südtiroler Doppelsieg bei den Doppelsitzern
Zum fünften Mal in ihrer Karriere standen am Samstag die Doppelsitzer Patrick Pigneter (Völs)/Florian Clara (Campill) bei Weltmeisterschaften auf dem höchsten Treppchen des Podiums. Das siegreiche Duo erzielte in beiden Läufen Bestzeit und setzte sich mit einer Gesamtzeit von 2.34,60 Minuten durch. Vom vierten auf den zweiten Rang ging es im Finale für die Villnößer Brüder Patrick Lambacher/Matthias Lambacher, die insgesamt neun Zehntelsekunden auf Pigneter/Clara einbüßten, in der Entscheidung jedoch nur 0,08 Sekunden langsamer waren als ihre Teamkollegen der italienischen Nationalmannschaft. Die Bronzemedaille gewannen hingegen die Umhauser Lokalmatadore Christoph Regensburger/Dominik Holzknecht, die eigens für die Heim-WM von der „Rodelpension“ zurückkamen und in dieser Saison ihr Comeback gaben. Knapp am Podium vorbei schrammten die Jungspunde Fabian und Simon Achenrainer (ebenfalls Österreich), die um zwei Hundertstelsekunden Bronze und um 0,12 Sekunden Silber verpassten. Auf dem fünften Rang klassierten sich die russischen Rodler Aleksandr Egorov/Petr Popov (+1,63).
Am Sonntag geht die WM in Umhausen mit zwei weiteren Entscheidungen zu Ende. Um 9.30 Uhr beginnt der erste Durchgang bei den Einsitzern der Herren. Der Finallauf ist auf 11.30 Uhr angesetzt. Im Teambewerb fallen ab 13.30 Uhr die Würfel. Zuschauer vor Ort sind aufgrund der geltenden Sicherheitsbestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie nicht zugelassen. Trotzdem haben alle Fans die Möglichkeit, hautnah beim Saisonhöhepunkt dabei zu sein. Die Entscheidungen werden sowohl im Fernsehen (ORF Sport + und K19), als auch im Internet per Livestream auf diversen Portalen und auf der Webseite der FIL (https://www.fil-luge.org/de/live-streaming-naturbahn) übertragen.
Das sagen die Medaillengewinner
Einsitzer Damen:
Evelin Lanthaler (ITA/Gold): „Ich bin voll zufrieden und habe eine Riesenfreude mit dieser Goldmedaille. Der Vorsprung ist zwar groß, aber es war alles andere als einfach diese Topleistung in diesem Rennen abzurufen. Auf der Bahn habe ich alles ausgeblendet und war sehr konzentriert. Besonders gefreut habe ich mich über die Glückwünsche im Ziel von Greta Pinggera, der es heute leider nicht so gut gegangen ist.“
Ekaterina Lavrenteva (RLF/Silber): „Es ist schön nach so langer Zeit bei einer Weltmeisterschaft wieder auf dem Podium zu sein. Natürlich hätte ich den ein oder anderen Fehler vermeiden können, aber ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden.“
Tina Unterberger (AUT/Bronze): „Ich bin ganz schwer in die Saison gestartet. Je näher aber die WM gekommen ist, desto besser war meine Form. Mit dem zweiten Lauf bin ich nicht wirklich zufrieden, aber es hat gereicht und ich habe eine sehr große Freude mit der Bronzemedaille. Danke möchte ich meinem Servicemann Robert Batkowski, der mir super Material zur Verfügung gestellt hat.“
Doppelsitzer
Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA/Gold): „Wir waren die Favoriten und nach den Trainingsfahrten war der Druck noch größer. Deshalb waren wir vor dem Rennen schon ein wenig nervös. Trotzdem sind uns zwei gute Fahrten geglückt und es ist natürlich ein super Gefühl, wieder Weltmeister zu sein.“
Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (ITA/Silber): „Wir haben im Finale Vollgas gegeben und sind natürlich überglücklich, dass wir sogar zwei Plätze gutmachen konnten. Teamkollegen wie Pigneter/Clara zu haben ist ein Riesenglück, denn von solchen tollen Athleten können wir einfach unglaublich viel lernen.
Christoph Regensburger/Dominik Holzknecht (AUT/Bronze): „Wir sind sehr zufrieden. Eine WM-Medaille war unser Ziel für diese Saison und das haben wir – wenn auch ganz knapp – erreicht. Heute war das Glück auf unserer Seite. Es war absolut die richtige Entscheidung, noch einmal zurückzukommen. Auch, weil hier in Umhausen einfach alles perfekt passt. Doch das war jetzt definitiv unser letztes Rennen. Jetzt wird die Rodel endgültig in die Ecke gestellt.“
23. FIL Weltmeisterschaft im Rennrodeln auf Naturbahn in Umhausen/Ötztal (AUT) – Ergebnisse
Einsitzer Frauen
1. Evelin Lanthaler ITA 2.28,40
2. Ekaterina Lavrenteva RLF +1,24
3. Tina Unterberger AUT +2,21
4. Daniela Mittermair ITA +2,82
5. Greta Pinggera ITA +2,84
6. Michelle Diepold AUT +3,09
7. Nadine Staffler ITA +3,77
8. Lisa Walch GER +4,04
9. Riccarda Ruetz AUT +4,09
10. Sara Bachmann GER +4,72
Doppelsitzer
1. Patrick Pigneter/Florian Clara ITA 2.34,60
2. Patrick Lambacher/Matthias Lambacher ITA +0,90
3. Christoph Regensburger/Dominik Holzknecht AUT +1,00
4. Fabian Achenrainer/Simon Achenrainer AUT +1,02
5. Aleksandr Egorov/Petr Popov RLF +1,63
Alle Ergebnisse stehen auf der Webseite des Internationalen Rodelverbandes FIL zum Download bereit: https://www.fil-luge.org/de/ergebnisse/fil-weltmeisterschaften-im-rennrodeln-auf-naturbahn-2
23. FIL Weltmeisterschaft im Rennrodeln auf Naturbahn in Umhausen/Ötztal (AUT) – Programm
Sonntag, 14. Februar 2021
9.30: 1. Wertungslauf Einsitzer Herren
11.30: Finallauf Einsitzer Herren (anschließend Blumenzeremonie)
13.30: Teambewerb (anschließend Blumenzeremonie)
Presseinof FIL/WM Rennrodeln auf Naturbahn Umhausen 2021
13.02.2021