Noch zwei Tage bleiben den besten Rallyepiloten des Landes rund um den steirischen Spitzenreiter Niki Mayr-Melnhof, bis es beim fünften Staatsmeisterschaftslauf der Saison am Freitag und Samstag wieder um wichtige Punkte in der Titeljagd geht. Und gerade die nun anstehende Rallye Weiz ist es, welche die Teilnehmer reflexartig den Blick nach oben werfen lässt.
Denn wohl an keinem Ort der heimischen Rallyeszenerie ist das Wetter unberechenbarer als in der Oststeiermark. Wenn es hier heiß ist, scheint es nirgendwo heißer zu sein, wenn ein Gewitter aufzieht, scheint es nirgendwo schneller aufzuziehen bzw. nirgendwo finsterer zu werden, und von den Wassermassen, die der Himmel imstande ist, dann innerhalb kürzester Zeit runterdonnern zu lassen, weiß die hochwassergeschädigte Bevölkerung sowieso ein leidvolles Lied zu singen.
Wenn man die Prognosen der diversen medialen „Wetterfrösche“ verfolgt, muss man auch heuer zum Schluss kommen, dass eine gewisse Labilität die Stabilität übertrumpfen könnte. Zwar ist für die morgen in der Weizer Europa-Allee ab 19 Uhr stattfindende Rallye-Opening-Party noch herrliches Sommerwetter angesagt, welches sogar noch bis zum Ende des ersten Renntages am Freitag anhalten könnte. Doch der entscheidende Samstag sollte von den Teams nach derzeitigem Wissensstand mit Vorsicht genossen werden. Da könnte nämlich die dann noch immer vorherrschende Hitze Auslöser zum Teil mächtiger Gewitter sein. Und was das heißt, davon kann zum Beispiel ein heuriger Topfavorit wie Hermann Neubauer einiges erzählen. Zu seiner Erinnerung, die er sicher gar nicht braucht, in der Schlussaussendung des Sportpressedienstes zur Rallye Weiz 2014 las sich das so: „Ein schweres Unwetter begleitete die Piloten in die vorletzte Prüfung Thannhausen. Und schon das erste Auto wurde Opfer der sintflutartigen Bedingungen. Unglaublich, aber wahr – es war Hermann Neubauers Ford Fiesta, der infolge Aquaplanings an einem Baum landete und somit Raimund Baumschlager, der die Bedingungen im wahrsten Sinn des Wortes meisterte, trotz vorherigem 1,13-Minuten-Rückstand noch den Sieg bescherte.“
Einer, dem das Wetter heuer freilich egal sein kann, ist der Oberösterreicher Gerhard Aigner. Der Meisterschaftszweite musste gestern schweren Herzens seinen Start in Weiz absagen, weil sein bei der Schneebergland-Rallye beschädigter Ford Fiesta WRC trotz aller Bemühungen nicht rechtzeitig einsatzfähig wird.
Presseinfo Sportpressedienst Armin Holenia
18.07.2018