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In der Erste Bank Eishockey Liga stand am Dienstag das Spiel Vienna Capitals vs. HC Innsbruck auf dem Programm. In einem verrückten Spiel geben die Gastgeber eine zwei-Tore-Führung im zweiten Drittel leichtfertig aus der Hand und verlieren am Ende mit 7:9!

Keine Tore nach 20 Minuten
Das Spiel begann von beiden Seiten offensiv und intensiv geführt. Die Vienna Capitals hatten mehr vom Spiel und hatten durch einen abgefälschten Bowman-Knaller (3.) die erste Chance des Spiels. Der HC Innsbruck versteckte sich keineswegs im Eissportzentrum Kagran. In der Offensiv fehlte den Tirolern aber letzte gefährliche Pass um offensiv zur Geltung zu kommen. Mit Fortdauer des Spiels konnten sich die Gäste besser auf die Offensive der Gastgeber einstellen. So dauerte es bis zur achten Minute bis die Vienna Capitals die nächste Torchance des Spiels vorfanden. Brocklehurst scheitert aus kurzer Distanz an Gäste-Goalie Chiodo. 120 Sekunden später knallte Holzapfel die Scheibe ans Außennetz. Keine weitere Minute später verzog Nödl de Scheibe knapp am langen Eck des Gäste-Tors vorbei. In der 12. Minute hatten die Vienna Capitals die beste Chance des bisherigen Spiels vor. Nach Vorlage von Wukovits knallt Tessier die Scheibe auf die Maske von Chiodo. Sharp kann den Abpraller nicht kontrollieren. 120 Sekunden danach fälscht Nödl einen Schuss von Brocklehurst gefährlich ab. Chiodo ist mit dem Beinschoner zur Stelle. Und keine 60 Sekunden später verzieht Ferland einen Direktschuss nur knapp. Auf der Gegenseite hatte der HC Innsbruck in der 16. Minute ebenfalls eine dicke Chance. Bishop und wenig später Lammers aus kurzer Distanz scheitern am Lamoureux. Danach hatten die Vienna Capitals die nächsten beiden Möglichkeiten. Vause und Tessier verzogen ihre Schüsse knapp innerhalb von wenigen Sekunden (jeweils 19.). Es sollte die letzte Möglichkeit im ersten Drittel bleiben. Zwischenstand nach 20 Minuten somit 0:0.

7 (!) Tore in verrückten Mittelabschnitt
Zu Beginn des Mittelabschnitts mussten die Vienna Capitals den finalen Rest des ersten Powerplays überstehen. Lammers fand für die Gäste eine gute Möglichkeit auf den Führungstreffer vor. Nach exakt 119 Sekunden im zweiten Drittel gingen die Vienna Capitals schlussendlich verdient in Führung. Nach einem gewonnen Bully legt Tessier die Scheibe für Cuma auf. Er zieht von der blauen Linie ab und trifft zum 1:0. Knapp zwei Minuten später die kalte Dusche für die Vienna Capitals. Lammers setzt sich auf der rechten Seite dynamisch durch. Seinen Pass mit der Rückhand verwandelt Bishop zum 1:1-Ausgleichstreffer (24.). Nach 51 Sekunden schlugen die Vienna Capitals zurück. Einen Schuss von Holzapfel kann Chiodo nur kurz abwehren. Ferland steht goldrichtig und stochert den Puck in die Maschen (25.).

Knapp drei Minuten später stand wieder der Goalie der Vienna Capitals im Mittelpunkt. Nach einem scharfen Querpass fälscht Huber die Scheibe gefährlich ab. Lamoureux rettet mit einer Glanztat die Führung der Gastgeber. Wenige Sekunden später schlägt der Puck auf der anderen Seite ein. Im direkten Konterangriff bringt Wukovits die Scheibe tief in die Zone der Gäste. Seinen Rückpass vor das Tor verwertet Sharp zum 3:1 (28.).

Mit dem Doppelschlag war die Gegenwehr der Gäste für einige Minuten gebrochen. Die Vienna Capitals hatten das Spiel nun sehr deutlich unter Kontrolle. Nißner fand in der 33. Minute die nächste dicke Möglichkeit vor. Keine 60 Sekunden später ging ein harter Schuss von Lakos knapp am Tor vorbei. Keine weitere Minute später kamen die Gäste aus dem sprichwörtlichen Nichts zum Anschlusstreffer. Lamoureux verschätzt sich nach einem Querpass und fährt weit aus dem Torraum. Lammers spielt Mann und Scheibe umkurvt das Tor und in der Folge netzt Stach netzt in der Folge zum 3:2 ein. In der Folge wiegt das Spiel hin und her. In der Schlussphase des zweiten Abschnitts gelang den Gästen mit einem Doppelschlag die überraschende Führung nach dem Mittelabschnitt. Zunächst legt Spurgeon die Scheibe für Ross auf. Der zieht trocken ab und überwindet Lamoureux ins kurze Kreuzeck zum 3:3-Ausgleich. 40 Sekunden später der nächste Nackenschlag. Lammers erzielt die überraschende 3:4-Pausenführung für die Gäste nach 40 Minuten.

9 (!) Tore in verrückten Schlussdrittel
Zu Beginn des letzten Abschnitts sorgte Trainer Aubin für eine Überraschung. Goalie Lamoureux wurde durch Backup Kickert ersetzt. Für die Wiener gab es nach bereits 92 Sekunden den nächsten Rückschlag. Nach zwei vermeidbaren Strafen gegen Pollastrone und Nödl waren die Gastgeber personell doppelt geschwächt. Clark nutzt den numerischen Vorteil eiskalt aus und netzt zum 3:5 ein. Die Vienna Capitals zeigten sich vom fünften Gegentreffer nur wenig beeindruckt und kamen drei Minuten später zum Anschlusstreffer. Wukovits bringt mit seinem ersten Saisontor die Vienna Capitals wieder zurück ins Spiel.

Wer nun dachte das die Gastgeber zu einer großen Schlussoffensive blasen wurde eines besseren belehrt. Die Vienna Capitals präsentierten sich viel zu offensiv und defensiv weit weg von den Gegenspielern. Ein Umstand den die Gäste zu weiteren Treffern ausnutzten. Drei Tore innerhalb von 128 Sekunden sollten rasch für klare Verhältnisse sorgen. Lamoureux (46.), Sedivy (47.) und Smith (48.) sorgten mit ihren Treffer für das 4:8.

In der 49. Minute erlebten die 3.100 Zuschauer eine Schrecksekunde. Gäste-Goalie Chiodo wurde vom Puck am Hals getroffen. Nach einigen turbulenten Augenblicke und einer mehrminütigen Behandlung konnte der Schlussmann der Gäste das Spiel fortsetzen.

In der Schlussphase tröpfelte das Spiel lange vor sich hin. Es hatte den Anschein als würden sich die Vienna Capitals mit der Niederlage abfinden. Die vergebene Vause fand in der 53. Minute die nächste Torchance für die Vienna Capitals. Es sollte aber der Startschuss für eine äußerst verrückte Schussphase werden. Holzapfel (56.), Nißner (57.) und McKiernan (59./PP) bringen die Vienna Capitals auf 7:8 heran. 8,6 Sekunden gab es den Aufreger in einem turbulenten Spiel. Tessier trifft zum vermeintlichen 8:8-Ausgleichstreffer. Die Zuschauer jubeln, der Treffer wird auf den Videowänden gezeigt. Ein Fehler der sich rächen sollte. Gäse-Coach Palin fordert den Videobeweis. Nach minutenlanger Entscheidung entscheiden die Schiedsrichter auf „kein Treffer“. Die Zuschauer skandierten Schiebung und die Diskussionen nahmen ihren Lauf. In der Folge nahmen die Schiedsrichter erneut die Videobilder zur Hilfe. Nach erneuter Beachtachtung des Videomaterials blieb die Entscheidung. Die Schiedsrichter wollen beim Torschützen Tessier eine „Kickbewegung mit der Hüfte“ festgestellt haben. Eine äußerst diskussionswürdige Entscheidung.

Nach erneuten Diskussionen wurde schlussendlich wieder Eishockey gespielt. Lammers traf drei Sekunden vor dem Ende ins leere Tor zum 7:9-Endstand.

Am Ende müssen die Vienna Capitals eine vermeidbare Niederlage einstecken. Nach der zwei-Tore-Führung im zweiten Drittel stellten die Wiener defensiv das Spiel ein und machte es den Gästen viel zu leicht Tore zu erzielen. Aus dieser Sicht geht der Sieg der Gäste durchaus in Ordnung. Das aberkannte Tor zum 8:8 fällt jedoch unter die Rubrik „Schönheitsfehler“.

Vienna Capitals vs. HC Innsbruck 4:8 (0:0, 3:4, 4:5)
Eissportzentrum Kagran, SR Gruber/Trilar

Tore: Cuma (22.), Ferland (25.), Sharp (28.), Wukovits (45.), Holzapfel (56.), Nißner (57.), McKiernan (59./PP) bzw. Bishop (24.), Stach (34.), Ross (38.), Lammers (40.), Clark (42./PP2), Lamoureux (46.), Sedivy (47.), Smith (48.), Lammers (60./EN)

Strafminuten: 10 bzw. 10

15.11.2016