Der Grunddurchgang in der Basketball Bundesliga ist geschlagen – die Positionen für die Playoffs 2016 nun endgültig bezogen. Der WBC Wels geht, nach dem fulminanten 92:69-Erfolg über die Klosterneuburg Dukes (6.), von Position zwei aus in die „Postseason“ – und hat somit Heimrecht bis in ein mögliches Semifinale. Dank eines 86:80-Auswärtssiegs beim BC Vienna starten auch die Traiskirchen Lions (3.) vor heimischem Publikum ins Viertelfinale. Der 75:72-Sieg der Fürstenfeld Panthers (5.) über die Swans Gmunden (8.) lässt Wien dennoch mit Heimrecht starten, sie beenden den Grunddurchgang auf Rang vier. Im für den Kampf um die Playoff-Positionen „bedeutungslosen“ Duell zwischen den bulls Kapfenberg (7.) und den Gunners Oberwart (1.) siegten die Steirer mit 83:76.
Somit ergeben sich für die Snickers®-Playoffs 2016 folgende Viertelfinal-Serien, die am Sonntag (24. April 2016, ab 18.00 Uhr) starten und im „best-of-five“-Modus ausgetragen werden.
Völlig souverän errang der WBC Wels mit einem 92:69-Sieg über die Klosterneuburg Dukes – ohne Christoph Greimeister und Jason Chappell – Rang zwei nach Ende des Grunddurchgangs. Damit beendet der WBC die Regular Season mit fünf Siegen am Stück. Vor allem offensiv war der WBC eine Klasse für sich: In den ersten 20 Minuten machten die Mannschaft um Kapitän Davor Lamesic (11 PTS, 6 RB, 3 AS) starke 52 Punkte und hielt die Dukes bei nur 34, weil Wels zur Pause 55% aus der Distanz getroffen hatte, Klosterneuburg nur 19%. Speziell Devante Wallace drückte dem Spiel von außen seine Stempel auf – denn der US-Boy traf unglaubliche 7 von 11 Dreipunkter, machte somit 23 Punkte in 21 Minuten. Schlussendlich war in diesem Spiel früh die Luft draußen und der gesamte Kader auf beiden Seiten bekam reichlich Einsatzzeit.
Von Rang drei aus starten die Traiskirchen Lions in die Snickers®-Playoffs 2016. Die Niederösterreicher setzten sich zum dritten Mal in dieser Meisterschaft gegen den BC Vienna (4.) durch, diesmal mit 86:80. Traiskirchen begann früh zu rotieren, hatte aber auch eine sensationelle Wurfleistung zur Hand: 53% vom Dreier, 68% vom Zweier standen unter dem Strich zu Buche – und auch am Rebound hatten die Lions ihre Vorteile. Wien „bestand“ an diesem Abend fast ausschließlich aus Jonathan Fairell, der mit 20 Punkten in Halbzeit eins gestartet war, dann aber zunehmend neutralisiert wurde und schlussendlich „nur“ 25 Punkte (10/11) scorte. Bei Traiskirchen hatte erneut Fabricio Vay (28 PTS, 6 RB, 8 AS) ein heißes Händchen.
Dass der BC Vienna trotz der Niederlage mit Heimrecht in die „Postseason“ zieht, haben sie den Fürstenfeld Panthers zu verdanken. Die Steirer – bei denen Hannes Ochsenhofer wieder dabei war – holten sich mit einem 75:72 über die Swans Gmunden ihren dritten Heimsieg in Serie. Fürstenfeld kontrollierte die Begegnung gegen die Oberösterreicher eigentlich von Beginn an, hatte zwischendurch bis zu 12 Punkte Vorsprung und gewann schlussendlich verdient. Gmunden gab Chris McLaughlin (schwere Prellung des Mittelhandknochens) und Tre Johnson (Zehenprellung) vor, hatte aber trotzt Mehrheit am Rebound (39:32) erneut zu viele Turnover (15) und nur magere 43% aus der Zweierdistanz. Vor allem weil Gary Ware, diesmal von der Bank kommend, defensiv gut agierte – und offensiv mit 19 Punkten Top- Scorer der Panthers war. Daniel Friedrich kam auf Seiten der Swans ebenso auf 19 Zähler.
Ohne Auswirkung auf die Positionen für die Snickers®-Playoffs 2016 war das Spiel bulls Kapfenberg (7.) gegen Gunners Oberwart (1.). Die Steirer sicherten sich im vierten Duell mit den Burgenländern den ersten Sieg (83:76). Einen bitteren Beigeschmack hatte das Spiel für die Gunners: Kapitän Jason Johnson schied in Minuten acht mit Verdacht auf eine schwere Schulterverletzung aus, auch „Backup“ Max Schuecker (Knie) musste in der zweiten Halbzeit frühzeitig vom Feld. Trotz der Ausfälle hielt Oberwart lange mit, weil Quincy Diggs und Christopher McNealy im Eins-gegen-Eins kaum zu halten waren. Kapfenberg zermürbte Oberwart mit reichlich Offensiv-Power von der Bank: 41 Bulls-Punkte kamen von den Bankspielern, die Meisten aber von „Starter“ Shawn Ray (20), dem mit 11 Punkten auch eine Double-Double gelang.
Die Ergebnisse der 36. Runde im Überblick:
WBC Wels – Klosterneuburg Dukes
92:69 (26:20, 52:34, 78:52)
bulls Kapfenberg – Gunners Oberwart
83:76 (11:19, 39:34, 59:55)
BC Vienna – Traiskirchen Lions
80:86 (26:25, 41:42, 58:67)
Fürstenfeld Panthers – Swans Gmunden
75:72 (24:15, 39:34, 56:47)
UBSC Graz
Spielfrei
Die Ergebnisse der 36. Runde im Detail:
WBC Wels Klosterneuburg Dukes
92:69 (26:20, 52:34, 78:52)
Die Weichen auf Sieg stellte der WBC bereits im ersten Viertel. Dank eines überragenden Devante Wallace erarbeiteten sich die Hausherren rasch einen 26:20-Vorsprung heraus. Auch im zweiten Viertel ging die Wallace-Show ungehindert weiter. Nur WBC-Coach Mike Coffin konnte den Guard mit einer wohlverdienten Pause „stoppen“. Das 52:34 zur Pause war aber eigentlich schon eine Vorentscheidung.
Denn auch im dritten Viertel wusste Klosterneuburg kein Rezept gegen die stark aufspielenden WBC-Boys. So war nach dem 78:52 nach 30 Minuten eigentlich alles entschieden und klar, der WBC wird als Zweiter den Grunddurchgang beenden. So war das Schlussviertel nicht mehr als ein Schaulaufen. Beide Teams hatten wohl schon die am Sonntag beginnende Viertelfinalserie im Kopf. Am Ende hieß es 92:69 für Wels.
Stimmen zum Spiel:
Davor Lamesic, Kapitän des WBC: „Wir sind Zweiter und hätten bis in das Halbfinale den Heimvorteil. Jetzt müssen wir aber zuerst gegen Kapfenberg bestehen. Das wird nicht einfach.“
Petar Babic, Spieler des WBC: „Taktisch alles umgesetzt was wir uns vorgenommen haben. Ab morgen beginnt die Playoff-Vorbereitung. Es wird ernst.“
Werner Sallomon, Headcoach der Dukes: „Heute chancenlos! Es war KEINE taktische Niederlage, wir waren einfach indiskutabel.“
Christoph Greimeister, Spieler der Dukes: „Wels ist stark aus der Kabine gekommen und wir hatten in der Defense nichts mehr entgegenzubringen.“
Beste Werfer: Wallace 23, Csebits 12, Lamesic 11 bzw. Rados 16, Lowe 14, Cooke, Müller je 9;
bulls Kapfenberg Gunners Oberwart
83:76 (11:19, 39:34, 59:55)
Das erste Viertel startet sehr gut für die Gäste aus Oberwart und sie ziehen gleich mit 6:0 davon. Nach einem Timeout von Michael Schrittwieser können die Bullen wieder aufschließen, doch dank einer guten Trefferquote steht es nach dem ersten Viertel 19:11 für die Gunners. Die bulls starten einen Run und können bis zur Halbzeitpause auf 39:34 davon ziehen. Nach der Pause startet Oberwart einen Run, sie können mit 45:45 ausgleichen. Dann bekommt jedoch das Heimteam einen starken Lauf und setzten sich vor dem letzten Abschnitt auf 59:55 ab. Im letzten Viertel verwaltet Kapfenberg den Vorsprung und lässt die Gunners nie näher als auf 5 Punkte heran kommen. Endstand 83:76 für die bulls.
Stimmen zum Spiel:
Armin Woschank, Spieler der Bulls: „Es war ein sehr intensives und hartes Match. Zum Glück haben wir im Laufe des Spiels einen immer besseren Rhythmus bekommen und somit einen wichtigen Heimsieg, vor dem Start der Playoffs, eingefahren!“
Chris Chougaz, Headcoach der Gunners: „Es war bis zum Schluss ein hartes Match, die routiniertere Mannschaft hat gewonnen. Wir hatten leider nicht viele Spieler zum rotieren da sich Johnson und Schuecker verletzten. Ich hoffe, die beiden sind bis Sonntag wieder fit.“
Beste Werfer: Ray 20, Stegnjaic, 16, Shaw 15 bzw. Diggs 22, McNealy 18, Drungilas 12;
BC Vienna Traiskirchen Lions
80:86 (26:25, 41:42, 58:67)
Beide Teams starten sehr schnell und treffsicher. Bei den Lions ist es vor allem Vay, der in der Anfangsphase zu überzeugen weiß. Beim BC ist es Vujosevic, der kontert. Die Traiskirchner erwischen den besseren Start und führen mit 16:12. Vay scort in den ersten 6 Minuten bereits 12 Punkte und trifft aus allen Lagen. Die Wiener überzeugen mit tollem Teamplay und mehrere Spieler scoren. 2 Minuten vor Schluss gleicht Fairell aus. Die Zuseher sehen von beiden Seiten ein schnelles und treffsicheres erstes Viertel.
Zu Beginn des zweiten Viertels beginnt der BC mit einem sehr schönen Block durch Miletic. Auch im diesem Viertel schenken sich beide Teams nichts. Vor allem Fairell ist in diesem Spiel angekommen und hat schon 13 Punkte auf seinem Konto. Vay und Fairell sind die Go-2- Guys in dieser Partie. Vay mit 19, Fairell mit 16. Beide Teams spielen noch mit einer sehr hohen Intensität und schenken einander keinen Millimeter. Fairell kann immer wieder gut in Szene gesetzt werden und ist meistens nur durch Fouls zu stoppen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit bringt Darko Russo Davonte Lacy und der junge Amerikaner stellt sich gleich mit guten Aktionen ein. Beide Teams halten die Intensität weiter hoch. Die Traiskirchner sind nach wie vor nicht in der Lage Fairell in den Griff zu bekommen, trotzdem können die Lions einen kleinen Vorsprung behaupten. Vay kassiert in der 6. Minute ein technisches Foul und Stazic verkürzt den Rückstand. Fairell kassiert ein unsportliches Foul und die Lions gehen mit 9 in Führung. Nachdem die Emotionen bei beiden Teams ein wenig hochgekocht sind, besinnen sie sich wieder aufs Basketballspielen und liefern den Fans einige schöne Aktionen.
Das Spiel auf beiden Seiten wird immer emotionaler und die Fouls häufen sich. Nach 2 gespielten Minuten haben die Traiskirchner bereits Teamfouls. Traiskirchen geht erstmalig mit 11 Punkzen in Front. Aufseiten der Wiener wird Blazevic immer mehr zum Faktor. Der junge Guard scort schnelle 5 Punkte, erzielt einen Steal und bringt den BC auf 7 Punkte heran. Benni Danek scort 2 Dreier in Folge und kann den Vorsprung wieder auf 9 Punkte hochschrauben. Mit 2 Punkten von Vay gehen die Lions wieder mit 11 Punkten in Front und entscheiden das Spiel.
Stimmen zum Spiel:
Thomas Stöphel, Präsident des BCV: „Gratulation an Traiskirchen, das sich heute den Sieg verdient hat. Gratulation aber auch an unsere Mannschaft, die das Heimrecht nach Wien geholt hat.“
Johannes Wiesmann, Pressesprecher der Lions: „Das war eine der besten Leistungen seit langem und ein toller Vorgeschmack auf die Playoffs. Wir sind stolz das Heimrecht nach Traiskirchen geholt zu haben!“
Beste Werfer: Vay 27, Danek 14, Trmal 12 bzw. Fairell 25, Vujosevic 18, Detrick 12;
Fürstenfeld Panthers Swans Gmunden
75:72 (24:15, 39:34, 56:47)
Den besseren Start legen die Gäste aus Gmunden hin. Nach ein paar Minuten erwacht auch Fürstenfeld. Die Heimmannschaft stellt ihre Defense um, irritieren damit die Gäste und zwingen sie zu einigen Turnover. Die Panthers gewinnen das erste Viertel mit 24:15. Zu Beginn des zweiten Viertels erhöhen die Panthers ihre Führung auf 12 Punkte, doch dann kämpfen sich die Gäste Punkt für Punkt wieder ran. Bei einem Pausenstand von 39:34 gehen beide Mannschaften in die Kabinen.
Im dritten Viertel forcieren die Panthers vor allem Gary Ware unter dem Korb. Gmunden lässt sich jedoch nicht abschütteln und sie kommen bis auf -4 ran. Daraufhin machen die Panthers wieder mehr Druck und setzen sich mit 9 Punkten ab. Erneut versucht Gmunden dagegen zu halten und verkürzen im letzten Spielabschnitt mehrmals auf -4. Am Ende behalten die Fürstenfelder die Oberhand und siegen mit 75:72.
Stimmen zum Spiel:
Karl Sommer, Präsident der Panthers: „Wir haben verdient gewonnen und sind erfreut gegen Wien in den Playoffs zu spielen.“
Bernd Wimmer, Headcoach der Swans: „Wir sind froh, dass sich keiner verletzt hat. Unser Fokus liegt auf Sonntag gegen Oberwart.“
Beste Werfer: Ware 19, Katura 14, Radakovics 13 bzw. Friedrich 19, Klette 11, Farmer, Mitchell, Poiger je 10;
Presseinfo ABL/ÖBL/Admiral Basketball Bundesliga/red.
20.04.2016





