
Auch der Cup der Basketball Bundesliga befolgt die vielzitierten „anderen Gesetze im Pokal“: Denn nach fünf Meisterschafts-Niederlagen in Folge steht der als Außenseiter in das Turnier gestartete WBC Wels nach einem Erfolg über den BC Vienna im Finale. Dort warten nun die Güssing Knights, die sich gegen die bulls Kapfernberg durchsetzen konnten.
Entgegen den Erwartungen war diese Begegnung einseitiger als das Duell Wels gegen Wien. Denn der Cupsieger konnte nur selten an seine Leistung vom Meisterschaftsspiel am Montag anschließen und rannte so oft einem zweistelligen Rückstand nach. Die Begegnung zwischen dem WBC und dem BC sah auch meistens eine Mannschaft voran, und zwar die Oberösterreicher. Doch mit ihrer Schlussattacke konnten die Hauptstädter in der 39. Minute mit 83:82 die Führung übernehmen. Der WBC antwortete aber mit einen 7:0-Lauf und konnte so den Finaleinzug fixieren.
Dort sind die Oberösterreicher wohl wieder der Underdog, im Gegensatz zu den Burgenländern konnten sie den Pokal aber bereits einmal holen, und zwar 2006. Auch 2009 standen die Welser im Finale, während für Güssing morgen um 17:00 Uhr das erste Cup-Endspiel der Vereinsgeschichte ansteht.
Die Halbfinalbegegnungen im Detail:
Güssing Knights vs bulls Kapfenberg
83:71 (61:52, 38:32, 18:20)
Das erste Viertel war die erwartet knappe Angelegenheit, die Führung wechselte in diesem Abschnitt einige Male, Kapfenberg führte nach 10 Minuten 20:18. In der 13. Spielminute gingen die Knights 22:20 in Führung, nur noch einmal konnten die Kapfenberger zurückschlagen, ab der 15. Spielminute lagen die Knights bis zum Pausenpfiff immer voran.
Sehr stark dann der dritte Abschnitt der Güssinger, bis auf 15 Punkte bauten sie die Führung aus. Erst gegen Ende des dritten Viertels kamen die Bulls wieder etwas heran, mit einem 61:52 Zwischenstand ging es in den Schlussabschnitt. Dort gaben zunächst die Bulls den Ton an, kämpften sich auf 56:61 heran. Doch nach einer Timeout durch Coach Matthias Zollner waren es wieder die Knights, die das Spielgeschehen dominierten, die Steirer hatten auch immer mehr mit Foulproblemen zu kämpfen. Eineinhalb Minuten vor dem Ende dann eine 16-Punkte Führung der Knights, die diese nicht mehr aus der Hand gaben und schließlich 83:71 siegten.
Stimmen zum Spiel:
Matthias Zollner, Headcoach der Knights: “ Was meine Mannschaft für eine Leistung heute gezeigt hat, ist einfach unglaublich, ich ziehe meinen Hut vor der Mannschaft. Wir haben einige Punkte an der Freiwurflinie liegen gelassen, nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit der Leistung.“
Marcus Heard, Spieler der Knights: „Der Schlüssel zum Spiel war, dass wir ihre Angriffe abwehren konnten und wir haben ihnen keine zweiten Chancen am Rebound gegeben.“
Michael Schrittwieser, Headcoach der Bulls: „Wir haben taktisch undiszipliniert und unkonzentriert gespielt. So kannst du kein Spiel gewinnen.“
Ian Boylan, Spieler der Bulls: „Wir haben heute gar nicht gut gespielt. Unsere Pointguards konnten das Spiel nicht gut organisieren.“
beste Werfer: Dunn 17, Heard 16, Taylor 12 bzw. Shaw 20, Kohlmaier 14, Pearson 13
WBC Wels vs BC Vienna
93:86 (66:65, 52:46, 28:23)
Vienna und Wels lieferten sich im Cup Halbfinale Nummer 2 einen harten Kampf. In Halbzeit eins kann sich keines der beiden Teams absetzen und es entwickelt sich ein Spiel in dem die Offense auf beinen Seiten dominiert. Mit 52:46 geht es in die Pause.
Nach Seitenwechsel sind es die Welser, die sich leichte Vorteile herausspielen können wobei die Wiener immer in Schlagdistanz bleiben. Mit der Schlusssekunde verkürzt Stjepan Stazic mit einem seiner sieben Dreier auf 65:66. Bis zur 33 Minute können die Welser dann ihre höchste Führung herausspielen (76:67). Ab diesem Zeitpunkt reißt Stjepan Stazic das Ruder an sich und scort bis zur 38. Minute insgesamt vier 3-Punkter und bringt den BC so kurz mit einem Punkt in Führung (82:83, 39.). In der Crunchtime setzt sich der WBC aber durch und Diego Kapelan, der bis dahin ohne Punkte war, sichert den Sieg der Welser von der Freiwurflinie. Endstand 93:86
Stimmen zum Spiel:
Ken Scalabroni, Headcoach des WBC: „Es war ein hart erarbeiteter Sieg. Die Mannschaft hat tollen Kampfgeist gezeigt. In den letzten Spielen hat uns das Quäntchen Glück gefehlt, und wir freuen uns auf das Endspiel morgen.“
Andrea Maghelli, Headcoach des BC: „Gratulation an Wels! Heute haben wir nicht mit der Energie gespielt, um solche Spiele zu gewinnen.“
beste Werfer: Channels 20, Klette 18, Barrow 15 bzw. Stazic 31, Detrick 17, Owens, Stevens je 12
Das Flyeralarm-Cup-Finale 2015:
Güssing Knights vs WBC Wels
bisherige Saisonergebnisse: Knights – WBC 103:105, WBC – Knights 84:64, Knights – WBC 79:69, WBC – Knights 87:95
Cup-History:
Achtelfinale 13/14: Knights – WBC 94:84
Viertelfinale 11/12: Knights – WBC 97:82
Presseinfo ÖBL/ABL/red.
29.03.2015