Die Traiskirchen Lions haben es geschafft: Nach genau 5.563 Tagen beenden sie die längste aktuelle Niederlagenserie der Basketball Bundesliga, nämlich die der Löwen bei den Swans Gmunden. Und das durchaus in dramatischer Art und Weise: Denn mit einem 12:0-Lauf in den 90 letzten Sekunden der Begegnung machen sie aus einem 75:83-Rückstand einen 87:83-Erfolg.
Die Niederösterreicher bleiben damit im Duell um die Ränge 7 und 8 an den Gunners Oberwart dran, die einen mühelosen 95:68-Sieg beim UBSC Graz einfahren. Die Swans sind nach der fünften Niederlage in Serie auf Rang 6 zurück gefallen, allerdings noch immer punktegleich mit den vor ihnen liegenden WBC Wels, bulls Kapfenberg und Klosterneuburg Dukes. Von diesem Quartett haben ja in dieser Runde nur die Herzöge gewonnen, damit konnte sich das Spitzenduo um mittlerweile 8 Punkte absetzen. Denn der BC Vienna hat mit einem Sieg gegen die Fürstenfeld Panthers nachgezogen und konnte wieder zu den Güssing Knights aufschließen.
Die Begegnungen im Detail:
UBSC Graz vs Gunners Oberwart
68:95 (50:82, 24:54, 14:31)
Der UBSC verschläft das erste Viertel, mehr Fouls als Punkte, eine miserable Defensive, und Graz ist nach 10 Minuten 14:31 hinten. Mit mehr Fouls (11) und Turnover (11) als Rebounds (10) überzeugt Graz an der falschen Stelle. 24:54 steht es nach 20 Minuten. Nach der Halbzeitpause gibt Graz ein besseres Bild ab, aber die Oberwarter sind an diesem Abend spielerisch zu weit entfernt. Mit viel Einsatz der Grazer Bankspieler gelingt es den Abstand zu halten. Das Spiel endet 68:95.
Stimmen zum Spiel:
Michael Fuchs, Manager des UBSC: „Die erste Halbzeit war wie Trabi vs Porsche. In der zweiten Halbzeit konnten die Jungen aufzeigen.“
Erik Braal, Headcoach der Gunners: „Eine starke Halbzeit hat gereicht.“
beste Werfer: Grum 15, Rizvic 13, Richardson 9 bzw. Buckles, Knutson je 25, Novas Mateo 17
Swans Gmunden vs Traiskirchen Lions
83:87 (22:20, 38:44, 67:51)
Die Swans starten stärker ins Spiel und führen bald mit 12:5 (4.). Ab diesem Zeitpunkt ist das Spiel ausgeglichen, die Lions kommen aber durch Dreier von Vay, Torlak und Aryee heran, es steht zur ersten Pause 22:20 für Gmunden. Zu Beginn des 2. Viertels dominiert zuerst Traiskirchen, vor allem Barycz ist kaum zu halten und Gmunden gelingt erst in der 5. Minute der erste Feldkorb zum 25:33. Die Niederösterreicher können in der Folge noch zwei Mal auf +10 davonziehen, Gmunden kämpft sich aber bis zur Pause auf -6 (38:44) heran.
Das 3. Viertel beginnt mit einem verworfenen und einem getroffenen Freiwurf von Fabricio Vay, danach gelingt den Gästen aber gar nichts mehr, die Swans treffen aus allen Lagen und legen einen unglaublichen 19:0-Run hin. Da helfen auch 2 Auszeiten von Lions-Coach Lucic nichts. Die Swans gewinnen das 3. Viertel mit 29:7 und führen scheinbar komfortabel mit 67:51. Im letzten Abschnitt ist es dann Traiskirchen, das mit einem 8:0-Lauf beginnt, wieder gelingt den Gmundnern wie schon im 2. Viertel erst nach 5 Minuten der erste Feldkorb zum 71:61. Bei +10 für die Swans bleibt es dann auch bis zur 38. Spielminute (80:70), doch in den letzten 2 Spielminuten gelingt den Gmundnern nur mehr ein Korb. Traiskirchen holt Punkt für Punkt auf und nach einem 12-0 Run erzielt Jurica Blacevic den entscheidenden Dreier zum 83:85 aus Sicht der Gäste. Auszeit Kresimir Basic. Billy McShepard probiert’s 8 Sekunden vor dem Ende noch mit einem verzweifelten Layup, doch der Wurf geht nur ans Brett und Gmunden muss foulen. Trmal verwirft 2 Sekunden vor dem Ende den ersten Freiwurf, dazu den zweiten absichtlich um die Uhr zu starten, Vay hat den Rebound und trifft zum 87:83 für die Lions.
Stimmen zum Spiel:
Chris O’Shea, Assistant-Coach der Swans: „Traiskirchen hat verdient gewonnen, sie haben bis zur letzten Sekunde gespielt. Wir müssen irgendwann ein ganzes Spiel als Mannschaft auftreten – in Offensive und Defensive. Die nächste unnötige Heimniederlage in dieser Saison.“
Franz Zderadicka, Assitant-Coach der Lions: „Wir bleiben am Boden, wir wollen um den 7. Platz gegen Oberwart spielen. Sonst heißt es nur Schritt für Schritt besser zu werden für’s Viertelfinale, weil mehr ist im Grunddurchgang nicht mehr drinnen.“
beste Werfer: McShepard, Murati je 21, Griffey 16 bzw. Vay 17, Barycz, Trmal je 13
BC Vienna vs Fürstenfeld Panthers
85:77 (64:59, 50:45, 30:23)
Nach einem recht ansehnlichen Beginn auf beiden Seiten drehen die Gastgeber auf und ziehen auf 17:11 davon, die erste Auszeit der Gäste muss her. Die Panthers schafften es aber immer wieder durch Lowe und Car zu Punkten zu kommen. Detrick nutzt eine Unachtsamkeit und erzielt mit der Viertelsirene einen Dunk. Die Maghelli-Mannen diktierten weiter die Partie, bei den Panthers waren es weiterhin Car und Lowe, die für Punkte sorgten. Dank den beiden können die Steirer auf -6 verkürzen. Ware war vor allem Inside nicht zu kontrollieren, er war es auch der auf -1 stellt. Stazic und Detrick sorgen für die letzten Punkte, 50:45 steht es zur Halbzeit für Wien.
Amin Stevens erhöht im dritten Viertel auf +7, lange Zeit war tote Hose, was die Punkte anging. Nach mehr als 3 Minuten Korbsperre war es Marko Car, der mit zwei verwandelten Freiwürfen die Panthers auf 5 heran brachte. Die Steirer wollten sich nicht geschlagen geben, Car sorgte weiterhin für Unruhe. Nach einem Turnover ist es O´Neal, der wieder auf 8 Punkte Plus erhöht- Timeout Panthers. Kurz vor dem Viertelende verkürzt Marko Car mit zwei verwandelten Freiwürfen auf 64:59. Der Kroate machte da weiter wo er im dritten Viertel aufgehört hatte, mit einem Dunk liegen die Panthers nur 3 Punkte hinten. Nun drückten die Hauptstädter wieder aufs Gas, Miletic und Nagler stellen auf +8. Auszeit Panthers. Die Steirer witterten aber noch die Chance, Chris Lowe kann auf -6 verkürzen, doch da war es dann auch vorbei. Perkovic und Co drückten noch einmal aufs Gas, Ware verkürzte nochmal auf 6, doch Miletic trifft 15 Sekunden vor dem Ende einen Lay Up zum 85:77 Sieg.
Stimmen zum Spiel:
Petar Stazic Strbac, General Manager des BC: „Ein Pflichtsieg gegen eine gute Fürstenfelder Mannschaft war keine leichte Aufgabe. Parallel dazu war der zweite Schritt die neuen Spieler Perkovic und Owens in die Mannschaft zu integrieren, was sicherlich noch etwas Zeit brauchen wird. Die Defense in der zweiten Halbzeit hat die Partie entschieden, was wir in der Zukunft von der ersten Minute an machen müssen. “
Radomir Mijanovic, Headcoach der Panters: „Gratulation an Wien zum verdienten Sieg. Wir hatten heute unsere Chancen, haben aber in den entscheidenden Phasen Fehler gemacht.“
beste Werfer: Miletic 20, Stazic 17, Detrick 15 bzw. Car 20, Ware 19, Lowe 17
Presseinfo ABL/ÖBL/red.
15.03.2015