Österreich
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Der ÖEHV-Express rollt und rollt. Nach den Siegen über Großbritannien und Ungarn legte Österreich gegen Lettland direkt nach. In einer äußerst intensiven und körperlichen Partie zeigte man erneut enorme Stärke im eigenen Drittel, wusste mit Atte Tolvanen, der auch zum Best Player gekürt wurde, einen sicheren Rückhalt und war im Angriff neuerlich effektiv. Mit dem 3:1-Sieg hat man zwei Ziele bereits erreicht, nun wird laut über das Viertelfinale gesprochen. Nächster Gegner ist am Mittwoch, 16:20 Uhr live auf ORF 1, Gastgeber Schweiz.

„Wir fühlen uns unglaublich. Es macht so viel Spaß mit den Jungs zu jubeln nach dem Sieg“, strahlte Benjamin Nissner, der in der 45. Minute im Powerplay das Game Winning Goal zum 2:1 erzielte. Davor lieferten sich die beiden Teams einen Kampf auf Augenhöhe, mit hochkarätigen Torchancen auf beiden Seiten. Edelmetall verhinderte im ersten Drittel sowohl bei Österreich wie auch bei Lettland einen Treffer.

Zu Beginn des zweiten Drittel gab es eine kurzen Schreckmoment, als Ramon Schnetzer nach einem geblockten Schuss humpelnd vom Eis ging. Der 29-Jährige zeigte einmal mehr Nehmerqualitäten und kehrte wenig später zurück.

In der 26. Minute verhinderte Tolvanen zunächst den Rückstand. Auf der Gegenseite gewann Lettland das Bully in der eigenen Zone, doch Österreich setzte nach. Tim Harnisch kam schließlich an die Scheibe und hatte Zeit und Platz vor dem Tor. Sein Schuss rutschte unter dem Schoner von Kristers Gudlevskis durch zum 1:0. In der 34. Minute hatte Vinzenz Rohrer das 2:0 auf der Schaufel, scheiterte jedoch am lettischen Schlussmann. Kurz darauf fand auch Simeon Schwinger eine Riesenchance vor, doch es blieb bei der knappen Führung.

Nur wenige Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels brachte Rudolfs Balcers sein Team aufs Scoreboard und sorgte für das 1:1. Bis dahin gab es noch auf beiden Seiten kein einziges Powerplay. In der 44. Minute checkte Oskars Batna Dominic Zwerger ohne Scheibe, der danach auch am Eis liegen blieb und für einen kurzen Augeblick in die Kabine ging. Dadurch versäumte er die neuerliche Führung durch Benjamin Nissner. Fortuna war Rotweißrot dabei hold. Der Puck sprang hinter Gudlevskis auf dessen Schlittschuh und kullerte über die Linie. Und auch Zwerger kehrte kurz darauf wieder zurück.

Der WM-Dritte von 2023 machte nun Druck, doch Österreich verteidigte hart und konsequent. 95 Sekunden vor Spielende nahm der Gegner auch seinen Torhüter vom Eis, probierte alles, zerbrach aber an der Abwehr Österreichs. Vinzenz Rohrer setzte schließlich den Schlusspunkt mit dem 3:1 ins leere Tor.

Drei Siege in den ersten drei Spielen gab es in der Historie bei A-Weltmeisterschaften für Österreich noch nie. Jahr für Jahr schreibt man damit bereits Geschichte. Die fünf Tore-Aufholjagd gegen Kanada 2024 war ebenso historisch, wie der erste Viertelfinaleinzug nach 31 Jahren 2025 in Stockholm. „Jetzt darf man vom Viertelfinale sprechen, das ist definitiv das nächste Ziel“, bekräftigte Head Coach Roger Bader, der zum Spiel meinte: „Natürlich macht mich diese Bilanz stolz. Wir haben gegen einen starken Gegner gespielt, der viele Torchancen hatte. Mich macht besonders stolz, wie solidarisch die Mannschaft ist. Wir müssen eigentlich gar nicht coachen an der Bande, weil das so läuft. Sie spielen diszipliniert, so wie wir uns das vorgenommen haben vom Spielsystem her. Wir verteidigen exzellent und der kämpferische Einsatz der Mannschaft ist so, dass man Gänsehaut bekommt. Dazu hatten wir mit Atte Tolvanen heute einen sehr guten Torhüter. Dass man sich dann am Schluss auch das Glück verdient, passiert im Sport und auch im Eishockey. Sie haben vielleicht mehr Spielanteile gehabt, aber auch wir hatten gute Torchancen. Wir haben extrem gut verteidigt, haben sie immer außen gehalten, konnten sie vom sogenannten guten Eis weghalten.“

Benjamin Nissner: „Wir haben gesagt, wir spielen defensiv gut heute und machen vorne zwei Tore. Das ist uns gelungen. Lettland ist eine sehr physische und geskillte Mannschaft. Sie können eigentlich alles, das macht es schwierig. Aber wir hatten Atte hinten der unglaublich gesaugt hat.“

Am Mittwoch wartet nun mit Gastgeber Schweiz ein echtes Highlightspiel, in das man allerdings als klarer Underdog geht, Benjamin Nissner: „Wir haben nichts zu verlieren, werden unser Ding durchziehen und schauen was passiert.“

Neben den Schweiz-Legionären ist diese Partie auch für Österreichs Head Coach Roger Bader, der ja aus der Schweiz stammt, etwas ganz Besonderes: „Im eigenen Stadion vor 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, gegen eine sehr starke Mannschaft, die zu den Favoriten auf Gold zählt, ist das schon etwas Besonderes. Sie haben vier gute Linien, einige sogar supergut, sechs NHL-Spieler, die in ihren Klubs absolute Leistungsträger sind. Die bringen enorme Qualität rein, wie auch die Spieler aus der Schweizer Liga. Das Spiel heute hat viel Kraft gebraucht, mal schauen wie viele Körner wir morgen noch haben.“
2026 IIHF Ice Hockey World Championship

15. Mai 2026 – 31. Mai 2026, Zürich und Fribourg (SUI)
Titelverteidiger: USA
Gruppe A, Zürich: USA, Schweiz, Finnland, Deutschland, Lettland, Österreich, Ungarn, Großbritannien
Gruppe B, Fribourg: Kanada, Schweden, Tschechien, Dänemark, Slowakei, Norwegen, Slowenien, Italien

Spielplan
Lettland vs. Österreich 1:3 (0:0, 0:1, 1:2)
Di., 19. Mai 2026, 16:20 Uhr, Swiss Life Arena
Torschütze Lettland: Rudolfs Balcers (41.)
Torschützen Österreich: Tim Harnisch (28.), Benjamin Nissner (45./PP), Vinzenz Rohrer (60./EN)

Presseinfo

ÖEHV

19.05.2026