Alps Hockey League
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Am vergangenen Samstag krönte sich der HC Gherdeina valgardena.it überraschend erstmals zum Champion der Alps Hockey League. Nach dem Grunddurchgang lagen die Südtiroler nur auf Rang elf, ehe sie zu einem unglaublichen Lauf ansetzten und sich im Sensationsfinale gegen den HC Meran/o Pircher durchsetzten. Im Folgenden werfen wir einen Blick zurück auf eine denkwürdige zehnte Spielzeit der Alps Hockey League, in der im Schnitt so viele Zuseher*innen wie noch nie zuvor die Spiele ihres Lieblingsteams in den Arenen verfolgten.

Insgesamt strömten in der abgelaufenen Saison 286.604 Fans in die Hallen der 13 Alps Hockey League-Vereine. Das ist ein Plus von fast 50.000 Zuseher*innen gegenüber der Vorsaison. Nur in der Saison 2018/19 wurden noch mehr Zuschauer gezählt (307.659), damals allerdings bei mehr teilnehmenden Vereinen. Mit durchschnittlich 884 Fans pro Partie war die abgelaufene Saison die bestbesuchte Spielzeit der Ligageschichte. Auf Platz zwei folgt die Saison 2018/19 mit durchschnittlich 801 Fans pro Spiel.

Den höchsten Fanzustrom verzeichnete einmal mehr der EK Die Zeller Eisbären, der seinen Titel von 2025 zwar nicht verteidigen konnte, mit durchschnittlich 2.256 Fans aber erneut die klare Nummer eins bei den Zuschauern war. Dahinter folgen der Semifinal-Debütant KHL Sisak (1.674) und der HC Migross Asiago (1.593). Der neue Champion HC Gherdeina valgardena.it belegt im Fanranking den vierten Platz (975). Vor allem in den Finals war das Stadio del Ghiaccio Pranives prall gefüllt. Am Ende durften die vielen Fans sensationell über den Premierentitel jubeln. Insgesamt wurde in der abgelaufenen Saison in 30 Spielen die 2.000-Zuschauer-Marke überschritten, in 95 Partien waren mehr als 1.000 Fans anwesend.

Gröden vom elften Platz zum Champion
Sportlich war es eine ebenso erfolgreiche wie überraschende Saison. Im Grunddurchgang sicherten sich die Red Bull Hockey Juniors den ersten Platz. Mit Titelverteidiger Zell am See, Sisak, Asiago und Sterzing zogen vier weitere Teams, die man auch für den Titel auf der Rechnung hatte, in die Master Round ein. Der Kampf um Platz fünf blieb dabei bis zum letzten Spieltag offen – am Ende trennten den Fünften Sterzing und den Achten Ritten nur drei Punkte. Gröden hatte zu diesem Zeitpunkt wohl kaum jemand für den ganz großen Coup auf dem Zettel. Die Südtiroler beendeten die erste Saisonphase nur auf Rang elf, unmittelbar hinter dem späteren Finalgegner Meran.

In der anschließenden Qualification Round startete Gröden bereits seinen Lauf und setzte sich mit fünf Siegen bei nur einer Niederlage an die Spitze. Gleiches gelang auch Meran, das die andere Gruppe gewinnen konnte. Unterdessen überholte Zell am See die Juniors mit einer überragenden Master Round und acht Siegen in ebenso vielen Spielen und ging topgesetzt als Favorit in die Playoffs.

Für den späteren Champion Gröden ging es zunächst noch in die Pre-Playoffs. Dort besiegten sie Kitzbühel mit 2:0. Meran setzte sich ebenfalls mit 2:0 gegen Bregenzerwald durch. Im Viertelfinale traf Gröden auf Salzburg – und die Serie entwickelte sich zu einem echten Krimi. Es kam zum siebten Spiel, in dem Matteo Luisetti erst in der 77. Minute die Entscheidung erzielte und Gröden erstmals ins Halbfinale schoss. Auch Meran gelang die Überraschung – ein 4:2 gegen Asiago.

Im Halbfinale kam es für das Team aus dem Grödnertal zum Duell mit Zell am See. Der Champion von 2025 ging als klarer Favorit in die Serie und gewann Spiel eins knapp mit 2:1 nach Verlängerung. In der Folge wechselten sich Heimsiege ab, ehe Gröden Spiel fünf auswärts mit 4:3 nach Overtime für sich entschied. Mit einem weiteren Heimsieg machten die Südtiroler schließlich die Sensation perfekt. Meran setzte sich parallel in einer hart umkämpften Serie über sieben Spiele gegen Sisak durch – das Premierenfinale wurde Realität. Zudem standen sich erstmals zwei Südtiroler Teams im Finale gegenüber.

Die Finalserie ging schließlich klar mit 4:0 an Gröden, das am vergangenen Samstag durch einen 4:3-Erfolg vor über 2.000 Fans im restlos ausverkauften Stadio del Ghiaccio Pranives über den Sensationstitel jubeln durfte. Es war erst das dritte Mal in der 10-jährigen Ligageschichte, dass die Finalserie mit einem Sweep endete.

Claes Endre – der Held im Tor
Angeführt wurde Gröden von Torhüter Claes Endre. Der Schwede stieß erst Mitte Jänner zum Team und hatte von Beginn an großen Einfluss. Mit einer Fangquote von über 94% stellte er am Ende den Ligabestwert auf und verbuchte in 27 Einsätzen vier Shutouts.

Punkteleader Valentini als MVP ausgezeichnet
Der punktbeste Spieler der Saison war Ryan Valentini vom HC Migross Asiago, der mit 92 Punkten die zweithöchste Ausbeute der Ligageschichte erreichte und auch zum MVP gewählt wurde. Nur Ethan Szypula hatte in der Vorsaison mit Ritten noch mehr Punkte erzielt (103). Der Top-Torschütze war mit Nick Porco ebenfalls ein Spieler von Asiago (42 Tore). Erstmals wurde zudem die Auszeichnung „Young Star der Saison“ vergeben – diese ging an Maxim Eliseev von den Red Bull Hockey Juniors.

Presseinfo

Alps Hockey League/AHL

22.04.2026