Zweiter Streich in einer Woche - erneuter DTM-Triumph von Robin Frijns, Eng auf Platz 10

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Für Überraschungen ist die DTM immer gut: Audi-Pilot Robin Frijns (NED) feierte beim zweiten Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings unter strahlend blauem Himmel den zweiten DTM-Sieg seiner Karriere. Zweiter wurde Titelverteidiger René Rast (GER, Audi) vor Ex-Meister Mike Rockenfeller (GER, Audi), der zum ersten Mal in der aktuellen Saison einen Podiumsplatz erzielte.

Mit Abt Sportsline, Team Rosberg und Phoenix Racing waren erstmals in dieser Saison alle drei Audi-Werksteams auf dem Podium vertreten.

Müller zunächst souverän, dann von technischen Problem gebremst
Dabei hatte zunächst alles nach einem weiteren Triumph von Markenkollege und Polesitter Nico Müller (SUI) ausgesehen, der das Samstagsrennen in überlegener Manier für sich entschieden und das ganze Wochenende dominiert hatte. Auch der Start verlief für den Schweizer ohne Probleme, Müller kam gut vom weg vom Startplatz eins und konnte die hinter ihm lauernde Konkurrenz in Person von Frijns und Rast auf Distanz halten.

Das Blatt wendete sich, als Müller in Runde elf seinen Pflichtstopp absolvierte. Robin Frijns kam nur eine Runde später an die Box und brannte danach eine schnelle Runde nach der anderen in den Asphalt des erstmalig 5,148 Kilometer langen Grand-Prix-Kurses, der erstmals seit 2001 wieder bei einem DTM-Rennen befahren wurde und der allen Piloten viel Fahrspaß bescherte. Müller hingegen kämpfte zunehmend mit einem technischen Problem an seinem Audi RS 5 DTM und musste zunächst Frijns und schließlich noch drei weitere Markenkollegen passieren lasen. Der Meisterschaftsführenden blieb im Ziel nur der fünfte Rang.

Sheldon van der Linde bester BMW-Pilot
Aus dem BMW-Lager zeigte der Südafrikaner Sheldon van der Linde die beste Leistung. Der Sieger vom Sonntagsrennen in Assen vor einer Woche überquerte die Ziellinie als Sechster und war damit bester Pilot eines BMW M4 DTM. Die Markenkollegen Timo Glock (GER), Philipp Eng (AUT) und Jonathan Aberdein (RSA) hatten sich unterhaltsame Positionskämpfe im Mittelfeld geliefert, allerdings ohne zur Audi-dominierten Spitzengruppe aufschließen zu können.

Nach dem zehnten von 18 Saisonrennen führt Nico Müller mit 195 Punkten weiterhin souverän die Gesamtwertung an. Verfolger Frijns (176) verkürzt durch seinen zweiten DTM-Sieg den Abstand zu Müller auf 29 Zähler. René Rast (159 Punkte) ist Dritter vor Duval (85), Rockenfeller (79) und van der Linde (72). Weiter geht es in der DTM schon am kommenden Wochenende (18. bis 20. September), wiederum auf dem Nürburgring, dann aber auf der 3,6 Kilometer kurzen Sprintvariante.

Stimmen – 2. Rennen, Nürburgring Grand Prix
„Wir haben am Nürburgring zwei Rennen gesehen, in denen Audi ganz klar dominiert hat. Was mich besonders gefreut hat, ist die Tatsache, dass wir nun auch in Deutschland wieder Zuschauer auf den Tribünen begrüßen durften. Insgesamt waren die Rennen an diesem Wochenende etwas weniger spannend als die vorherigen. Aber für die Meisterschaft ist dieses Ergebnis gut, denn Robin Frijns holt auf. Die Abstände zwischen den ersten Drei sind so eng, dass sich jederzeit wieder etwas verschieben kann. Nichtdestrotz muss man sagen, dass Nico Müller momentan einfach das Maß der Dinge ist. Im Qualifying hat er eine Topleistung abgeliefert. Dass BMW eine halbe Sekunde Rückstand hat, entspricht dem Bild, das wir bereits in der bisherigen Saison gesehen haben.“ – Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR e. V.

„Dieser Sieg fühlt sich schon anders an als mein erster DTM-Sieg vor einer Woche. In Assen habe ich bis zur Ziellinie um den Sieg gekämpft, heute hatte ich freie Fahrt, nachdem ich an Nico Müller vorbei war. Trotzdem habe ich meine Reifen geschont, denn ich wusste ja nicht, was in der Schlussphase noch passieren würde. Zu Beginn des Rennens konnte ich mit Nico gut mithalten, wir waren ungefähr gleich schnell. Nach dem Boxenstopp habe ich schnell gemerkt, dass Nico nicht mehr den normalen Topspeed hatte. Ich bin dann leicht vorbeigekommen. Unser Abt-Team macht nichts anders, aber an diesem Wochenende hatten Nico und ich offensichtlich einen Vorteil.“ – Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, Sieger

„Ich denke, wir haben im Samstagrennen und auch heute das Maximale herausgeholt. Leider habe ich heute einen kleinen Fehler gemacht und bin leicht ins Kiesbett geraten, aber das hat mich nicht den Sieg gekostet. Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht, jedoch ist es schwer, sich an Nico Müller und auch Robin Frijns heran zu kämpfen. Sie haben beide ein starkes Paket und machen keine Fehler. Wenn wir wüssten, wo der Unterschiedlich tatsächlich liegt, würden wir es sofort ändern. Wenn es nicht so läuft, wie man es wünscht, verliert man etwas das Vertrauen, man zweifelt, man ändert Dinge, aber das ist nicht immer das Beste. Wenn alles glatt läuft, ist alles einfacher. Das kenne ich ja aus dem vergangenen Jahr.“ – René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 2. Platz

„Natürlich freue ich mich über meine erste Podiumsplatzierung in diesem Jahr. Aber ich weiß auch, dass ich unter normalen Umständen nur Vierter oder Fünfter geworden wäre. Meine Jungs und meine Ingenieure arbeiten immer sehr hart, und so ist das Podium auch für sie eine Belohnung. Wir versuchen zu verstehen, woher der Abstand kommt. Daran arbeiten wir fortwährend. Nico Müller hatte heute ein Problem, er war auf den Geraden nicht mehr so schnell wie normal. Diese Chance zum Podium habe ich genutzt.“ – Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, 3. Platz

Ergebnis – 2. Rennen, Nürburgring Grand Prix
01. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 31 Runden in 58.16,157 Minuten
02. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 4,281 Sek.
03. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 10,258 Sek.
04. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 12,573 Sek.
05. Nico Mueller (SUI), Audi RS 5 DTM, + 13,096 Sek.
06. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 13,487
07. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, + 16,741 Sek.
08. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 17,697 Sek.
09. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, + 19,620 Sek.
10. Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, + 28,909 Sek.

Schnellste Rennrunde: Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 1.50,219 Min.
Pole-Position: Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 1.46,958 Min.
Wetter: 24°C, sonnig
Strecke: 41°C, trocken

Highlight-Clip – 2. Rennen, Nürburgring Grand Prix
 

Wow-Fact – 2. Rennen, Nürburgring Grand Prix
Zwei Drittel
Nico Müller, Robin Frijns und René Rast waren die drei dominierenden Fahrer der ersten DTM-Saisonhälfte. Nicht nur, dass sie bis auf die zwei BMW-Erfolge durch Lucas Auer und Sheldon van der Linde sämtliche Rennsiege unter sich ausmachten. Ihre starke Leistung zeigt sich auch durch ihre Konstanz: Die drei Audi-Fahrer erzielten 18 der 27 möglichen Top-3-Platzierungen in den ersten neun von insgesamt 18 Saisonrennen der aktuellen Saison.

Und da war dann noch …
… Bernd Schneider. Der DTM-Rekordchampion, der auf dem Nürburgring fünf seiner insgesamt 43 DTM-Rennsiege feierte, war beim fünften Rennwochenende der DTM 2020 ebenfalls in der Eifel vor Ort. Sein Sieg auf dem Nürburgring 2008 war gleichzeitig der letzte Sieg seiner eindrucksvollen DTM-Karriere. Schneider verfolgte nicht nur die Rennen der DTM, sondern auch die beiden Läufe der DTM Trophy, in der er den aktuellen Tabellenführer Tim Heinemann unterstützt. Für nächste Woche haben sich noch mehr DTM-Stars angekündigt, denn dann fahren sowohl die Tourenwagen-Classics als auch die Tourenwagen-Legenden im Rahmenprogramm der DTM, die zweimal innerhalb einer Woche in der Eifel gastiert. Traditionell greifen in beiden Serien mit einstigen Tourenwagen der Achtziger- und Neunzigerjahre gerne auch ehemalige DTM-Profis ins Volant.
 


 

Fünffacherfolg für Audi in der DTM: Frijns-Sieg bei Müller-Drama

Alle sechs Werksautos im Sonntagsrennen unter den besten sieben
Audi ist auf dem Nürburgring ein (fast) perfekter Start in die zweite Halbzeit der DTM gelungen. Im zehnten Saisonrennen feierte die Marke bereits den vierten Fünffacherfolg. Nur acht Tage nach seinem ersten Triumph in der DTM überquerte Robin Frijns vom Audi Sport Team Abt Sportsline die Ziellinie erneut als Erster.

„Der Sieg heute fühlt sich ganz anders an als der in Assen“, sagte der Niederländer. „Du willst eigentlich nicht gewinnen, weil jemand vor dir ein technisches Problem bekommt. Das war heute leider bei Nico (Müller) der Fall. Trotzdem ist es ein Sieg. Ich hatte schon gestern ein schnelles Auto. Heute waren Nico und ich am Anfang gleich schnell. Der Abstand blieb gleich. Nachdem er das Problem bekam und ich ihn überholt habe, war es für mich ganz einfach. Ich konnte mich darauf konzentrieren, meine Reifen zu schonen, und hatte alles unter Kontrolle.“

Nico Müller hatte sich wie am Vortag die Pole-Position gesichert und am Start sofort die Führung vor seinem Teamkollegen übernommen. Das ABT-Duo setzte sich in den ersten Runden scheinbar mühelos vom Rest des Feldes ab und hatte schnell einen komfortablen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger. Doch nach dem Reifenwechsel wurde Müller an der Spitze plötzlich immer langsamer, weil an seinem Auto die Ladelufttemperatur anstieg. „Offenbar ein Sensorproblem“, sagte der Schweizer. „Die Folge war jedenfalls ein ziemlich großer Leistungsverlust, der gegen Rennende immer schlimmer wurde. Ich habe nur gehofft, ins Ziel zu kommen, denn ein Ausfall hätte heute sehr wehgetan. Zum Glück haben wir die Flagge gesehen. Leider war das Rennen zwei, drei Runden zu lang, sonst hätte es sogar noch zu einem Podium gereicht.“

Müller fiel in den letzten Runden hinter René Rast (Audi Sport Team Rosberg), Mike Rockenfeller und Loïc Duval (beide Audi Sport Team Phoenix) zurück, rettete Platz fünf aber knapp vor dem besten BMW von Sheldon van der Linde ins Ziel.

René Rast beendete das Sonntagsrennen wie schon am Vortag auf Platz zwei. „Auch wenn es wieder nur ein zweiter Platz ist, so ist es doch ein gutes Ergebnis“, sagte der Titelverteidiger. „Positiv ist, dass wir schneller waren als gestern und ich meine Reifen gut managen konnte. Das stimmt mich zuversichtlich für das nächste Wochenende, denn wir wissen jetzt, in welche Richtung wir gehen müssen.“

Mike Rockenfeller gelang bei seinem Heimrennen mit Platz drei das erste Podium der Saison. „Endlich kann ich meinen Kindern wieder einen Pokal mit nach Hause bringen“, sagte „Rocky“. „Ich freue mich auch für die Jungs in meinem Team, die schon das ganze Jahr extrem hart arbeiten. Nach dem Boxenstopp hatte ich sogar die Chance, René zu attackieren. Aber das Überholen ist nicht einfach, und ich habe meine Reifen dabei etwas zu stark beansprucht. Ohne Nicos Problem wäre es heute ein vierter Platz geworden. Trotzdem freue ich mich über den Pokal.“

Loïc Duval komplettierte als Vierter das gute Ergebnis des Audi Sport Team Phoenix. Für Jamie Green vom Audi Sport Team Rosberg zahlte sich ein Reifenpoker dagegen nicht aus. Durch einen späten Boxenstopp fiel der Brite vom sechsten auf den siebten Platz zurück. Die drei Piloten des Kundenteams WRT Team Audi Sport blieben im Sonntagsrennen ohne Punkte.

„Wir hatten nach dem Qualifying heute erstmals in dieser Saison alle sechs Werksautos auf den ersten sechs Startplätzen, das war eine starke Leistung“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Im Rennen lagen fünf Audi vorne, der sechste auf Platz sieben – das ist insgesamt ein sehr gutes Ergebnis und ein toller Start für uns in die zweite Saisonhälfte. Ich freue mich mit Robin über seinen zweiten Sieg in der DTM. Für Nico tat es mir heute leid. Er hatte ein Problem am Auto, das Leistung gekostet hat. Aber er ist ruhig geblieben und hat wertvolle Punkte gesammelt.“

In der Fahrerwertung schrumpfte Nico Müllers Vorsprung auf seinen Teamkollegen Robin Frijns auf 29 Punkte. René Rast liegt weitere 17 Punkte zurück auf Tabellenrang drei. In der Teamwertung baute das Audi Sport Team Abt Sportsline seine Führung weiter aus. In der Herstellermeisterschaft hat Audi nach zehn Rennen 400 Punkte Vorsprung auf BMW und könnte sich den Herstellertitel schon am kommenden Wochenende vorzeitig sichern. Dann stehen auf dem Sprintkurs des Nürburgrings zwei weitere DTM-Rennen auf dem Programm (Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr auf SAT.1).

Presseinfo DTM/Audi

13.09.2020