In der ersten Medaillenentscheidung bei den 110. Bahnweltmeisterschaften in Berlin hatte die 25-jährige Verena Eberhardt Hoffnungen auf einen Spitzenplatz. Doch das langsame und defensive Rennen im Scratch der Frauen spielte der Burgenländerin absolut nicht in die Hände. Sie landete auf Rang 23.
„So eine langsame WM hatten wir schon lange nicht. Das war sehr untypisch für ein solches Rennen“, beschrieb die Bahnspezialistinnen den Rennablauf. Die erste Hälfte des Rennens wurde sehr langsam gefahren und danach wurde von Runde zu Runde das Tempo angezogen. Zehn Runden vor Ende probierte es dann Eberhardt mit einem Angriff, der aber schnell wieder gestellt wurde: „Als ich attackierte, war es schon zu schnell. Bei so einem Rennen sind meine Chancen gering. Keiner hat angegriffen und dann spielt es den Sprinterinnen in die Hände. Mit den Temposteigerungen hat es sich angefühlt wie bei einem Keirin-Rennen.“
So setzte sich im Schlusssprint, in den die Österreicherin nicht mehr eingreifen konnte, die niederländische Topfavoritin Kirsten Wild durch. „Es war am Ende knapp, die besten Sprinterinnen haben sich aber durchgesetzt und waren auf den Toppositionen zu finden“, analysierte Eberhardt, die am Sonntag noch im Punktefahren an den Start gehen wird: „Bis dorthin werde ich noch auf der Bahn trainieren, versuche im Rennrhythmus zu bleiben und dann gibt es die nächste Chance.“
Am Donnerstagabend beginnen die Weltmeisterschaften dann für den ersten Österreicher. Im Scratch der Männer ist der Korneuburger Stefan Matzner im Einsatz über die 15 Kilometer lange Disziplin. „Eigentlich ist der Bewerb auf dem Papier total einfach. Der Erste, der die Ziellinie überquert, gewinnt“, schmunzelte Matzner, der in dieser Disziplin vom Österreichischen Verband nominiert wurde. Im Gegensatz zum Punktefahren gibt es keine Zwischensprints und auch ein Rundengewinn wird nicht mit Bonuspunkten gewertet sondern klassisch als Rundengewinn und der damit verbundenen Führung im Rennen. „Aber gerade weil die Regeln so einfach sind, ist das Rennen selbst umso komplexer“, fügte der 26-jährige Niederösterreicher an.
„Für mich ist es wie Poker auf dem Rad. Andauernd bekommst du neue Karten zugespielt und musst danach deine Taktik bestimmen und im richtigen Moment alles riskieren“, erklärte der Bahnspezialist, der vor zwei Jahren in Saint-Quentin-en-Yvelines überraschend sein erstes Weltcuprennen gewinnen konnte. „Im Scratch hast du meistens nur eine Chance und selbst wenn man alles richtig macht, ist es auch eine Frage des Glücks, ob man eine gute Platzierung einfährt oder nicht“, berichtete der Niederösterreicher.
Ergebnisse:
Scratch Frauen
GOLD: Kirsten Wild (NED)
SILBER: Jennfer Valente (USA)
BRONZE: Maria Martins (POR)
23. Verena Eberhardt (AUT)
Medieninfo Österreichischer Radsport-Verbandes
26.02.2020





