Graz beendet Kapfenbergs BSL-Siegesserie - Favoriten legen vor, Vienna United überrascht B2L-Titelverteidiger - Basket Flames gewinnen Wiener Derby und holen ersten National-League-Titel
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Die Kapfenberg Bulls haben in der win2day Basketball Superliga nach elf Siegen in Serie wieder eine Niederlage hinnehmen müssen.

Im Steirer-Derby erwies sich der UBSC Graz offensiv als zu stark und deklassierte den Tabellenführer mit 105:80. Die Entscheidung zu Gunsten des neuen Tabellenzweiten fiel im Schlussviertel: Die letzten zehn Minuten gewann Graz, bei dem Tevin Brewer mit 35 Punkten und 11 Assists Top-Scorer war, mit +21.

Die Klosterneuburg Dukes haben bei den Oberwart Gunners mit 87:75 ihren zweiten Sieg in Folge gefeiert und dadurch den Rückstand auf die Top-4 in der Platzierungsrunde auf drei Punkte verringert. Für den amtierenden Meister war es die sechste Niederlage in den letzten acht Spielen. Die viertplatzierten Flyers Wels fuhren einen ungefährdeten 104:57-Heimsieg gegen den BC Vienna ein. Die Wiener traten – in Folge ihres ABA-League-Engagements – zum wiederholten Male nicht komplett an.

In der Qualifikationsrunde feierte der SKN St. Pölten einen souveränen 98:86-Auswärtssieg bei den Fürstenfeld Panthers. Beide Mannschaften hatten schon vor diesem Spiel keine Möglichkeit mehr, die Play-offs zu erreichen.

Die Kapfenberger Serie ist gerissen: Der UBSC Graz setzte sich im Steirer-Derby mit 105:80 durch und revanchierte sich eindrucksvoll für die bisherigen Niederlagen. Nach starkem Beginn der Bulls übernahmen die Grazer ab dem zweiten Viertel die Kontrolle und drehten die Partie bis zur Pause (50:41). In der zweiten Halbzeit blieb das Spiel zunächst offen, ehe Graz im Schlussviertel davonzog und mit einem dominanten Lauf alles klar machte. „Wir haben offensiv die Kontrolle verloren. Das müssen wir analysieren, denn das hat sie auf der anderen Seite ins Laufen gebracht und wenn sie heiß sind, sind sie schwer zu stoppen“, analysierte Bulls-Coach Klym Artamanov nach Spielende. Wie schwer der UBSC an diesem Abend zu stoppen war, zeigt auch die hohe Effizienz (71 % Zweier, 45 % Dreier). Kapfenberg verlor im Finish völlig den Zugriff, während Tevin Brewer mit 35 Punkten und 11 Assists eine überragende Vorstellung ablieferte.

Dukes fügen dem Meister nächste Niederlage zu
Die BK Karbon-X Dukes bestätigten ihren Aufwärtstrend und gewannen in Oberwart mit 87:75. Die Entscheidung fiel bereits in der ersten Halbzeit, als sich die Klosterneuburger eine 45:26-Führung erspielten. Zwar starteten die Gunners mit einem 9:0-Run in die zweite Hälfte und kämpften sich zwischenzeitlich auf wenige Punkte heran, doch in der Crunchtime behielten die Dukes die Nerven. „Wir haben die Partie meiner Meinung nach schon in der ersten Halbzeit entschieden“, analysierte Coach Damir Zeleznik. Oberwart-Coach Horst Leitner zeigte sich enttäuscht: „Sie wollten es mehr als wir.“ Für die Gunners setzt sich damit die Negativserie fort.

Die Raiffeisen Flyers Wels ließen dem ersatzgeschwächten BC Vienna beim 104:57-Heimsieg keine Chance. Von Beginn an dominierten die Oberösterreicher mit aggressiver Defense und hohem Tempo, zwangen die Wiener zu 25 Ballverlusten und entschieden die Partie bereits vor der Pause (49:26). Besonders auffällig: Alle eingesetzten Spieler trugen sich in die Scorerliste ein. „Glückwünsche an meine Mannschaft zum Sieg, aber auch Respekt an Wien“, so Headcoach Sebastian Waser, der trotz klarer Verhältnisse den Einsatz der jungen Gäste hervorhob.

Der SKN St. Pölten setzte sich bei den Panthers Fürstenfeld mit 98:86 durch und überzeugte vor allem mit starker Wurfausbeute aus der Distanz (nahe 50 Prozent). Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel übernahmen die Niederösterreicher zunehmend die Kontrolle und setzten sich bis ins Schlussviertel entscheidend ab. „I thought a good game for us. Everybody got minutes“, sagte SKN-Coach Andrej Cervenka, der vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit hervorhob. Panthers-Coach Pit Stahl verwies hingegen auf personelle Probleme: „Wir hatten zu viele Krankheiten und Verletzungen, um eine richtig gute Leistung abzuliefern.“
 


 

B2L: Favoriten legen vor
Vienna United überrascht Titelverteidiger

Der Auftakt in die Playoffs der Basketball Zweite Liga brachte klare Ergebnisse – und eine erste Überraschung: Während die UKJ Mistelbach Mustangs, die Union Deutsch Wagram Alligators und die Pirlo Kufstein Towers ihre Serien mit Siegen eröffneten, setzte Vienna United mit einem 85:73-Auswärtserfolg bei Titelverteidiger Wörthersee Piraten ein Ausrufezeichen. In allen Serien steht es damit 1:0 im „Best-of-3“-Modus.

Die UKJ Mistelbach Mustangs wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und feierten einen souveränen 90:71-Heimsieg gegen die Raiffeisen Dornbirn Lions. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase setzte sich der Tabellenführer vor allem dank strukturiertem Teambasketball ab – 30:8 Assists sprechen eine klare Sprache. Ian Moschik (23 Punkte) und Jan Kozina (16 Punkte, 11 Assists, 10 Rebounds) führten die Niederösterreicher an, die zudem am Rebound klar überlegen waren und so auch eine schwächere Dreierquote kompensieren konnten.

Die Union Deutsch Wagram Alligators drückten ihrem Spiel ebenfalls früh ihren Stempel auf und besiegten die SWARCO Raiders Tirol klar mit 88:71. Angeführt von Victor Onwudiwe (29 Punkte) überzeugten die Gastgeber vor allem durch besseres Ball-Movement, das sich in deutlich effizienteren Wurfquoten niederschlug. Bereits zur Halbzeit hatten sich die Alligators ein komfortables Polster erspielt und ließen die Raiders in der zweiten Hälfte nicht mehr entscheidend herankommen.

Die Pirlo Kufstein Towers mussten gegen die Raiffeisen Mattersburg Rocks zunächst hart arbeiten, setzten sich am Ende aber mit 85:70 durch und gingen in der Serie in Führung. Die Burgenländer starteten stark und lagen zur Pause noch mit 44:40 voran, ehe die Tiroler das Spiel in der zweiten Halbzeit drehten. „Wir hatten einen nervösen Start, aber in der zweiten Halbzeit viel besser gespielt“, analysierte Kufstein-Spieler Fabio Thaler. Entscheidend war ein 15:2-Run zu Beginn des Schlussviertels, der die Partie vorzeitig entschied. „Für 30 Minuten haben wir gut gespielt, aber diese Phase hat das Spiel gekostet“, so Rocks-Coach Cosmin Blagoi. Trotz einer engagierten Schlussphase war der Rückstand zu groß – die Serie wandert nun mit einem 0:1 aus Sicht der Burgenländer nach Mattersburg.

Meister mit dem Rücken zur Wand
Für die Überraschung des Spieltags sorgte Vienna United mit einem 85:73-Auswärtserfolg bei Titelverteidiger Wörthersee Piraten. Beide Teams starteten verhalten in die Partie, ehe sich die Wiener durch schnelles Transition-Spiel leichte Vorteile erspielten und nach dem ersten Viertel mit 17:12 führten. Die Piraten fanden im zweiten Abschnitt offensiv besser in ihren Rhythmus und verkürzten bis zur Pause auf 44:45. Nach dem Seitenwechsel riss der Faden jedoch komplett: Nur neun Punkte im dritten Viertel brachten die Kärntner entscheidend ins Hintertreffen. Gegen die physische Defense von Vienna United fanden die Gastgeber auch im Schlussabschnitt kaum Lösungen, der Rückstand wuchs kontinuierlich an. Damit stehen die Piraten nach der 73:85-Niederlage bereits unter Druck und müssen auswärts in Wien gewinnen, um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.
 


 

Premierensieg: Basket Flames gewinnen Wiener Derby und holen
ersten National-League-Titel

Premiere in der win2day Basketball Damen Superliga – und gleich ein Wiener Derby im Finale: Im erstmals ausgetragenen National-League-Endspiel setzten sich die Basket Flames bei den Vienna Timberwolves mit 76:70 durch und krönten sich zum ersten Sieger dieses Bewerbs. In einer hochklassigen und dramatischen Partie mit insgesamt sieben Führungswechseln bewiesen die Flames vor allem in den entscheidenden Momenten Nervenstärke.

Das Premierenfinale hielt, was es versprach: Intensität, Runs auf beiden Seiten und starke individuelle Leistungen. Die Flames erwischten den besseren Start und führten nach dem ersten Viertel mit 17:10, ehe die Timberwolves im zweiten Abschnitt mit einem 10:0-Run konterten und sich zur Halbzeit eine knappe 36:35-Führung erspielten.

Nach der Pause übernahmen jedoch wieder die Gäste das Kommando – und das eindrucksvoll: Ein 14:0-Run innerhalb weniger Minuten brachte die Flames entscheidend in Front, zwischenzeitlich wuchs der Vorsprung auf bis zu 16 Punkte an. Vor allem unter dem Korb dominierten Helena Linder und Chiara Pavitsits, während Pia Jurhar in der Zone kaum zu stoppen war.

Im Schlussviertel wurde es noch einmal spannend: Die Timberwolves starteten eine Aufholjagd und verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Punkte. Über mehrere Minuten gelang den Flames kein Korberfolg, doch in der Crunchtime behielten sie die Kontrolle und brachten den Sieg über die Zeit.

Überragende Akteurin war Pia Jurhar mit einem dominanten Double-Double (23 Punkte, 18 Rebounds, 5 Blocks). Ebenfalls stark: Kapitänin Lisa Ganhör mit 13 Punkten und 12 Assists sowie Helena Linder (12 Punkte, 9 Rebounds) und Chiara Pavitsits (11 Punkte, 7 Rebounds, 5 Assists). Auf Seiten der Timberwolves überzeugte Petra Prammer mit 22 Punkten, während Inga Orekhova (14 Punkte, 6 Rebounds, 5 Assists) und Clara Kronfuß (12 Rebounds) ebenfalls starke Beiträge lieferten.

In einem insgesamt hochklassigen Finale mit starkem Rebounding, guter Trefferquote von außen und viel Intensität setzte sich am Ende die individuelle Qualität und Effizienz der Flames knapp durch.

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21.03.2026

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