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Für den KAC geht es am Sonntag mit einem Auswärtsspiel in Tschechien beim HC Orli Znojmo weiter.

DIE AUSGANGSSITUATION:
Der EC-KAC hat in jedem seiner jüngsten sieben Ligaspiele gepunktet und zuletzt auch fünf Siege am Stück eingefahren. Am Freitag setzten sich die Rotjacken auswärts beim HC Innsbruck mit 4:0 durch, sie überholten in der Tabelle damit die Tiroler und stehen mittlerweile bereits auf Rang vier. Nach nur fünf Verlusttreffern in den letzten fünf Ligaspielen sind die Klagenfurter mittlerweile das zweitbeste Defensivteam im Vergleich der 13 ICE-Mannschaften, aus dem Spiel heraus kassierten sie im bisherigen Saisonverlauf durchschnittlich nur 2,32 Gegentore pro Partie. In bislang elf Auswärtsspielen 2021/22 nahm der Titelverteidiger acht Mal zumindest einen Punkt mit nach Hause, leer ging man lediglich in Znojmo (0:6), Bratislava (2:6) und Bolzano (0:1) aus.

Der HC Orli Znojmo ist eine jener Mannschaften im Bewerb, bei denen sich Licht und Schatten am deutlichsten abwechseln: Am Freitag unterlagen die Adler bei Fehérvár AV19 klar mit 1:5, am vorangegangenen Spieltag wiesen sie auf eigenem Eis Vizemeister HCB Südtirol mit 10:2 in die Schranken. Die Tschechen sind auch eine der heimstärksten Mannschaften der Liga, fast 80 Prozent ihrer bisher gesammelten Zähler – 22 von 28 -fuhren sie vor eigenem Publikum ein. Obwohl Znojmo aktuell nur auf dem neunten Tabellenrang liegt, fällt die Zwischenbilanz nicht sonderlich negativ aus: Die Winning Percentage des Teams von Head Coach Glen Hanlon liegt aktuell bei 47,6 Prozent, häufiger gewonnen haben die Südmähren zuletzt in der Spielzeit 2015/16, in der sie bekanntlich erst im Finale vom EC Salzburg gestoppt wurden. Mit einer Effizienz von 29,0 Prozent verfügen die Tschechen derzeit auch über das erfolgreichste Powerplay der gesamten Liga.

DER GEGNER:
|| SPIELER IM FOKUS ||
Im Spiel in Székesfehérvár am Freitag fehlten den Tschechen mit Adam Sedlák, David Stránský und Alexander Younan drei Verteidiger, was angesichts des schlanken Kaders bedeutet, dass nur noch zwei Defensivpärchen aufgeboten werden konnten. Im Angriff waren KHL-Haudegen Ilya Zubov und der Kanadier Josh Brittain abwesend, der am Sonntag das dritte und letzte Spiel seiner Sperre absitzen wird, die er aufgrund des rüden Fouls gegen Matt Fraser im letzten Duell mit dem EC-KAC ausgefasst hat. Großes Augenmerk gilt es wie immer auf Anthony Luciani zu legen, dessen aktuell 26 Scorerpunkte ligaweit nur von zwei Spielern überboten werden. Bemerkenswert: Der Legionär schrieb bei elf seiner letzten zwölf Einsätze an, nur im Gastspiel in Klagenfurt vor zwei Wochen ging er leer aus. In Spielen gegen die Rotjacken meist sehr auffällig agiert Flügelstürmer Filip Ahl aus Schweden, er verpasste die Begegnung Ende November, sammelte in der ersten Konfrontation mit dem Titelverteidiger im September aber gleich vier Zähler. Den Takt in Znojmos erfolgreichem Überzahlspiel gibt meist Offensivverteidiger Ryan Culkin vor, dessen Kreise es für die Kärntner ebenso einzuschränken gilt wie jene des in die Jahre gekommenen, jedoch nach wie vor treffsicheren Tomáš Svoboda.

|| BILANZ GEGEN DEN EC-KAC ||
Der 2011 erstmals in die Liga gekommene HC Orli Znojmo ist rein statistisch betrachtet einer der Lieblingsgegner der Rotjacken: Von den bislang 47 ausgetragenen Duellen konnten die Klagenfurter ganze 33 gewinnen, woraus sich eine Erfolgsquote von stolzen 70,2 Prozent ergibt. Rund um die einjährige ICE-Pause der Adler etablierte sich in Konfrontationen zwischen diesen beiden Klubs jedoch eine massive Heimtendenz: In elf der letzten zwölf Begegnungen setzte sich die jeweils gastgebende Mannschaft durch, lediglich ein 4:3-Auswärtserfolg des EC-KAC in Südmähren im Oktober 2019 tanzte aus der Reihe. Damals egalisierten die Klagenfurter ein Drei-Tore-Defizit nach zwei Spielabschnitten innerhalb von 260 Sekunden in Durchgang drei und setzten sich letztlich im Penaltyschießen durch. Davon abgesehen verlebte Rot-Weiß in der Nevoga Aréna zuletzt einige bittere Abende: Der letzte Auftritt dort Ende September brachte eine 0:6-Pleite, insgesamt kassierte man im Rahmen der jüngsten vier Auswärtsspiele in Tschechien nicht weniger als 23 Gegentreffer. Nachdem der EC-KAC zwischen März 2015 und November 2017 in Znojmo zehn Partien am Stück hatte gewinnen können, verließ er die grenznahe Stadt an der Dyje/Thaya seither in fünf von sechs Fällen als Verlierer.

|| DAS LETZTE DUELL ||
Der HC Orli Znojmo und der EC-KAC trafen erst kürzlich aufeinander: Am 21. November siegten die Rotjacken auf eigenem Eis mit 2:0, wobei die beiden Treffer von Steven Strong (im Zuge eines fünfminütigen Powerplays/34.) und Manuel Ganahl (Empty Net/60.) erzielt wurden. Die Partie verlief weitestgehend ausgeglichen: Bei der Zeit mit Puckbesitz bei Even Strength (19:40 resp. 18:16 Minuten) und den gewonnenen Faceoffs (27 resp. 28) lagen die Teams ebenso nahezu gleichauf wie bei der Anzahl der erfolgreich bestrittenen Zweikämpfe (112 resp. 110). Der deutlichste Unterschied ergab sich in den Special Teams: Während Klagenfurt das Game Winning Goal bei numerischem Vorteil erzielte, verbrachte Znojmo nur 52,7 Prozent seiner Powerplay-Zeit mit Scheibenkontrolle im Angriffsdrittel, was dem zweitniedrigsten Wert eines KAC-Gegners im Verlauf der bisherigen ICE-Saison entsprach. Dies kann umso mehr als rot-weißer Erfolg betrachtet werden, als dass die Adler unverändert über das deutlich effektivste Überzahlspiel der Liga verfügen. Ein rundes Jubiläum beging im letzten Duell mit Znojmo KAC-Stürmer Stefan Geier, der seinen 750. Einsatz in Österreichs höchster Spielklasse absolvierte, bei jedem einzelnen davon trug der gebürtige Steirer das Trikot der Rotjacken.

DIE PERSONALIEN:
Beim EC-KAC ist in den kommenden Wochen Schritt für Schritt mit der Rückkehr des Großteils der zahlreichen Verletzten in den Eistrainings- und in der Folge auch Spielbetrieb zu rechnen. Den Anfang macht am Sonntag Verteidiger Andrej Tavželj, der seit Freitag wieder beschwerdefrei mit dem Team trainiert und bereit für sein Comeback ist. Alle übrigen zuletzt fehlenden Cracks stehen noch nicht zur Verfügung: Kele Steffler, Paul Postma, Nick Petersen, Dennis Sticha, Johannes Bischofberger und Samuel Witting sind verletzt, Thomas Hundertpfund ist krank. Tobias Sablattnig und Valentin Hammerle werden nicht mit der Mannschaft nach Tschechien reisen, sie kommen am Sonntag wieder zu großen Spielanteilen im Future Team, das am Nachmittag auf eigenem Eis gegen die SHC Fassa Falcons antritt.

DER KOMMENTAR:
„Znojmo ist ein äußerst starkes Team, speziell zu Hause erzeugen sie sehr viel Druck, ihre lautstarken Fans tragen sie sprichwörtlich durch die Partien. Insbesondere die ersten 20 Minuten sind in Auswärtsspielen gegen Znojmo immer sehr hart. Wir müssen also aus unserem letzten Auftritt dort lernen, ja, eigentlich sogar aus vielen unserer letzten Partien in Tschechien lernen. Für uns wird es darum gehen, diesen Anfangsschwung abzufangen und dann schrittweise das Blatt zu wenden und selbst die Kontrolle über das Geschehen zu übernehmen. Wir dürfen es nicht zulassen, dass wir wieder vom ersten Scheibenaufwurf an dominiert werden.“ (Sebastian Dahm, Torhüter EC-KAC)

Medieninfo EC KAC

04.12.2021

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