Cibulkova stoppt die Titelverteidigerin der Generali Ladies Linz

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Dominika Cibulkova gegen Carla Suarez Navarro – das ist am Samstag ein Semifinal-Hit beim 26. WTA-Turnier „Generali Ladies Linz.“ Die als Nummer zwei gesetzte Slowakin zerstörte am Freitagabend den Traum der Russin Anastasia Pavlyuchenkova, ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen. Cibulkova gewann das Viertelfinalmatch mit 7:6, 6:4. Suarez Navarro hatte sich zuvor mit einem Dreisatzsieg über die Tschechin Denisa Allertova (6:4, 4:6, 6:2) für das Semifinale qualifiziert.

Ebenfalls in der Runde der letzten vier Spielerinnen beim Linzer Damentennis-Klassiker ist US-Shootingstar Madison Keys: Vor den Augen von US-Trainerlegende Nick Bollettieri – inmitten von mehr als 3000 Zuschauern in der TipsArena – siegte die 21-Jährige gegen die französische Qualifikantin Oceane Dodin mit 6:3, 6:3.

In der Night-Session wurde die Semifinalgegnerin von Madison Keys ermittelt – im Spiel der top-gesetzten Spanierin Garbine Muguruza gegen die Schweizerin Viktorija Golubic.

Im Doppelbewerb haben sich Kiki Bertens/Johanna Larsson (NED/SWE) durch einen 5:7, 6:3, 10:7-Erfolg über Demi Schuurs/Renata Voracova (NED/CZE) für das Finale am Sonntag (11.30) qualifiziert.

Abschied mit Tränen von Garbine Muguruza
So erfreulich der Abend für Garbine Muguruza begann, so deprimierend hat er für sie geendet: Die beim „Generali Ladies Linz“ top-gesetzte Spanierin hat am Freitag vor dem Viertelfinalmatch gegen die Schweizerin Viktorija Golubic erfahren, dass sie als sechste Spielerin für das WTA-Masters in Singapur (23. bis 30. Oktober) qualifiziert ist – weil die Britin Johanna Konta keine Wildcard für das kommende Turnier in Moskau erhielt und somit nicht mehr punkten kann. Zuvor waren bereits Angelique Kerber, Serena Williams, Agnieszka Radwanska, Simona Halep und Karolina Pliskova für das Finale der acht besten Spielerinnen der Saison qualifiziert. Chancen auf die zwei noch verfügbaren Tickets haben Dominika Cibulkova, Madison Keys und Carla Suarez Navarro. Sie sind allesamt am Samstag im Halbfinale des „Generali Ladies Linz“ im Einsatz!

Garbine Muguruza begann gegen Viktorija Golubic stark, gewann den ersten Satz mit 7:5, verlor den zweiten Satz mit 3:6, führte im dritten Satz mit 4:2 und schien einem sicheren Sieg entgegen zu steuern. Doch dann passierte das Missgeschick: Die Spanierin knickte um, ließ sich am linken Knöchel behandeln, während ihr die Tränen über die Wangen rannten. Muguruza kehrte nach einigen Minuten stark bandagiert auf den Platz zurück, doch sie war nicht mehr fähig, das Match fertig zu spielen. Beim Stand von 4:4 musste Muguruza aufgeben. Betroffen waren auch Turnierdirektorin Sandra Reichel und Turnierbotschafterin Barbara Schett, die am Center Court das Missgeschick der Spanierin hautnah verfolgten. Viktorija Golubic trifft nun am Samstag im Semifinale auf Madison Keys.

Spielplan für Samstag:
14 Uhr: Semifinale: Suarez Navarro – Cibulkova; anschließend Siegerin aus Muguruza-Golubic gegen Keys; Farewell-Zeremonie für Sandra Klemenschits, die ihre Karriere als Turnierspielerin beendet hat (ca. 15 Minuten); Doppel Raquel Atawo/Abigail Spears (USA) – Anna-Lena Groenefeld/Kveta Peschke (GER/CZE).

Nick Bollettieri in Linz: Mit 85 Jahren noch kein bisschen leise – Trainer-Guru schwärmt von Haas und Thiem – „Djokovic hat keine Schwächen“
Auf dem „härtesten Spielplatz der Welt“, wie es damals in der Eigenwerbung hieß, hat Nick Bollettieri aus hochbegabten Talenten Weltklasse-Spielerinnen und Spieler geformt – unter anderem Andre Agassi, Jim Courier, Tommy Haas, Monica Seles, Anna Kurnikowa, Maria Scharapowa, Sabine Lisicki, Kurzzeitig war Bollettieri auch der Trainer von Boris Becker.

Mit 85 Jahren ist der Trainer-Guru, den man stets braungebrannt sieht, noch kein bisschen leise. Im Gegenteil: Heute, Freitag, war Nick Bollettieri auf Einladung von Turnierdirektorin Sandra Reichel zu Gast beim „Generali Ladies 2016“ in Linz! Bei einem Turnier, das ihm wohl bekannt ist. „Ja, das Turnier in Linz ist ein bemerkenswerter Event auf der WTA-Tour. Ich weiß, dass es 1991 ins Leben gerufen worden ist, dass Top-Spielerinnen wie Lindsay Davenport, Jana Novotna, Justine Henin, Amelie Mauresmo, Ana Ivanovic, Petra Kvitova, Victoria Asarenka, um nur einige zu nennen, in Linz gespielt haben. Und meine Schützlinge Mary Pierce und Maria Scharapowa. Ich freue mich, dabei zu sein mit all` den Fans.“ Nachdem er sich ein paar Games der jungen US-Amerikanerin Madison Keys gegen die Französin Oceane Dodin angesehen hatte, stellte sich Nick Bollettieri den Fragen der Journalistinnen und Journalisten.

Wen hält er für den perfektesten Spieler? „Novak Djokovic. In 60 Jahren als Tenniscoach habe ich noch nie gesehen, dass jemand keine Schwächen hat. Djokovic hat keine Schwächen.“

Die WTA, meint Bollettieri, habe viele gute Talente. „Heute ist das Problem, dass die Top-Player nicht mehr zwei bis drei 2-3 freie runden bekommen, heute ist die Konkurrenz stärker. Und es gibt viele Talente mit viel Tiefe, in den Siebziger- Achtzigerjahren waren die Topspieler unangefochten. Heutzutage kann man sich auch Top 40 und Top 50 anschauen, und die haben alle Talent und sind auch sehr jung. Ältere Spieler haben es heute schwerer, weil die Reflexe nachlassen und man anfängt, an sich zu zuzweifeln. Dann ist es wichtig, mental stark zu sein und dass man nicht aufgibt.“

Und wie intensiv verfolgt Nick Bollettieri das österreichische Damentennis? „Im Moment bin ich sehr beeindruckt von Barbara Haas. Sie ist mit 20 Jahren noch sehr jung, zeigt für ihr Alter schon ein sehr reifes Spiel. Ihr Grundlinienspiel ist sehr solide, sie bewegt sich sehr gut, hat ein Kämpferherz. Sie hat das Jahr auf WTA-Position 230 gestartet und sich auf Platz 130 vorgekämpft, ihr Karriere-Highlight. Ich bin überzeugt, dass sie sich kontinuierlich weiter entwickeln wird. Barbara Haas hat viel Potenzial.“ Beeindruckt ist Bollettieri auch von Dominic Thiem. „Er ist exzellent. Aber Talent reicht nicht, jetzt spielt er mit den großen Jungs. Thiem muss verstehen, dass jetzt jeder erwartet, dass er großartig spielt, und zwar jedes Mal. Er wird eine gute Zukunft haben.“

Presseinfo Generali Ladies Linz

14.10.2016