WM, Alessandro Hämmerle
© Sportreport (Symbolbild)

Der Tag der WM-Entscheidung begann für die heimischen Snowboardcrosser mit dem Startverzicht von Medaillenanwärter Markus Schairer wegen einer in der Qualifikation erlittenen Kapselverletzung im linken Sprunggelenk denkbar schlecht. Trotz des Ausfalls des rot-weiß-roten SBX-Zugpferdes legte das ÖSV-Team am Kreischberg eine mehr als ordentliche Vorstellung ab und holte durch Alessandro Hämmerle (5.) sowie Julian Lüftner und Maria Ramberger, die jeweils Rang zehn belegten, drei Top-Ten-Plätze.

Hämmerle, der zuvor zweimal einen wahren Blitzstart hingelegt hatte, kam im Semifinale nicht optimal aus dem Gate und wurde in diesem Heat zudem vom Australier Alex Pullin gebremst, der in der vorletzten Kurve zu Sturz kam. Doch mit dem Sieg im kleinen Finale, in dem er u.a. Doppelweltmeister Pullin hinter sich ließ, stellte der 21-jährige Vorarlberger noch einmal eindrucksvoll sein Talent unter Beweis.

„Im Semifinale bin ich leider am Start hängengeblieben. Ich habe zwar noch im Finish zu überholen versucht, aber dann ist der Kollege vor mir gestürzt. Er ist genau vor mir rausgerutscht, da habe ich voll abbremsen müssen“, beschrieb Hämmerle die beiden Situationen, die ihm wohl den Finaleinzug gekostet haben. Die Zieldurchfahrt als Gewinner des kleinen Finales hat der Montafoner, der vor zwei Jahren in Stoneham (CAN) bereits WM-Sechster geworden war, in vollen Zügen genossen: „Wenn du da als Erster reinkommst und die Zuschauer jubeln hörst, ist das einfach nur genial. Meine Gefühle sind trotzdem etwas geteilt. Einerseits freue ich mich über den fünften Platz, andererseits weiß ich, dass heute noch mehr möglich gewesen wäre.“

Der Tiroler Julian Lüftner meisterte die Auftaktrunde souverän und wurde als Dritter seines Viertelfinal-Heats in der Endabrechnung Zehnter. „Eine Runde zu überstehen und dann noch als Dritter ins Ziel zu kommen, das ist eine gute Platzierung und tipptopp für mein WM-Debüt“, sagte der 22-jährige Lüftner. Gold bei den Herren sicherte sich der Italiener Luca Matteotti vor dem Kanadier Kevin Hill sowie den beiden US-Boys Nick Baumgartner und Nate Holland.

Bei den Damen erwischte Maria Ramberger in ihrem Viertelfinal-Heat einen perfekten Start, konnte die Topposition aber nicht verteidigen und wurde von Alexandra Jekova (BUL) und Charlotte Bankes (FRA) noch überholt. „Ich hatte den Speed und war relativ lange vorne. Ich habe die Linie ziemlich rund gewählt, weil wir das auch im Training so abgesprochen haben. Ich glaube, ich habe es ziemlich übertrieben und übererfüllt, da war der Weg zu weit. Beide sind innen vorbeigefahren“, sagte die Niederösterreicherin. Die US-Amerikanerin Lindsey Jacobellis gewann bereits ihren vierten WM-Titel. Silber ging an die Französin Nelly Moenne Loccoz, Bronze an die Italienerin Michela Moioli.

17.01.2015

Die mobile Version verlassen