Hockey-Herren scheitern im EM-Halbfinale an Tschechien
Österreichs Hockey-Herren müssen den Traum der erfolgreichen EM-Titelverteidigung begraben. In einem engen Halbfinale setzte es gegen Tschechien eine knappe 2:3-Niederlage.
Das EM-Halbfinale beginnt ruhig. Keines der Teams möchte sich zu früh aus der Deckung wagen. Österreich kontrolliert das Spiel, hat mehr Ballbesitz. Folgerichtig geht der Europameister auch in Führung: Benny Stanzl setzt in der fünften Minute zu einem starken Solo an, legt ideal nach links für Michi Körper und der Hamburg-Legionär hämmert den Ball ins tschechische Tor. In der elften Minute antworten die Tschechen mit dem 1:1. Die ÖHV-Defensive ist bei einem langen Ball unaufmerksam, David Vacek lässt sich nicht zweimal bitten und setzt sich schön am Kreisrand durch. Kurz darauf hat Österreich eine Doppelchance zur neuerlichen Führung. Aber Benny Stanzl scheitert nach einem schönen Solo ebenso am tschechischen Tormann, wie Dominik Monghy mit einem abgefälschten Ball. Nach einem Time-Out der Österreicher scheitert erneut Dominik Monghy, im Gegenzug ist der ÖHV-Goalie Mateusz Szymczyk zur Stelle. Glück für die Mannschaft von Trainer Frank Hänel dann unmittelbar vor der Pause: Mit dem Halbzeitpfiff kassiert sein Team eine dumme Strafecke, aber Tschechien lässt die Chance ungenützt.
Horror-Start in Hälfte zwei
Einen Horror-Start erlebt Österreich in der zweiten Hälfte: Stepan Bernatek dribbelt sich durch die komplette ÖHV-Defensive, legt im Schusskreis auf David Vacek ab und der vollstreckt zum 2:1. In der Folge ist Österreichs Goalie Mateusz Szymczyk mehrfach toll zur Stelle. Offensiv steigert das Team von Trainer Frank Hänel die Schlagzahl und kommt zu guten Chancen, kann diese aber nicht nützen. In der 32. Minute sieht die Defensive dann erneut alt aus: Ales Perinka erobert den Ball, startet ein Solo und vollendet dieses mit einem Lupfer ins österreichische Tor. Das ÖHV-Team reagiert und nimmt Szymczyk aus dem Tor, bringt einen sechsten Feldspieler. Und das Risiko wird belohnt: Christian Minar stellt per Strafecke auf 2:3 (36.). In den Schlusssekunden verfehlt Benny Stanzl nach einer feinen Einzelleistung nur knapp, Österreich kann das Halbfinale nicht mehr drehen.
Kapitän Armin Stremitzer redet Klartext: „Solche Tore darf man nicht bekommen. Unsere Chancenauswertung war auch nicht besonders. Deshalb haben wir verloren“, so der Verteidiger unmittelbar nach dem Abpfiff. ÖHV-Präsident Walter Kapounek richtet den Blick schon nach vorne: „Natürlich ist die Enttäuschung groß, wenn man ein EM-Halbfinale 2:3 verliert. Jetzt liegen alle Hoffnungen auf Bronze. Wir wollen nicht ohne Medaille heimfahren“, so der Ex-Internationale. Das Spiel um Platz drei findet morgen um 11.30 Uhr statt. Der Gegner wird im zweiten Halbfinale zwischen Deutschland und den Niederlanden ermittelt.
Presseinfo ÖHV
14.01.2012