Capitals: Der „neue Geist“ sorgt für Aufbruchstimmung!
Noch wenige Stunden bis zum dritten Heimspiel, in der European Trophy, für die Vienna Capitals. Nach einem Sieg gegen Oulun Kärpät setzte es gegen KalPa Kuopio eine Niederlage. In Wien herrscht nach dem Auftakt Euphorie. Sportreport blickt hinter die Kulissen und beleuchtet die Gründe.
„Neue“ Halle setzt neue Energien frei
Der Ausbau der Schultz-Halle ist noch nicht beendet. Der VIP- und Pressebereich wartet noch auf die Fertigstellung. Trotzdem herrscht im Umfeld der Capitals Aufbruchstimmung. Spieler, Trainer und Fans schwärmen vom Ambiente der Halle. Die Videowände und Monitore sorgen in der Tat dafür, dass die Zuschauer immer live am Puck sind. Spieler und Trainer attestieren der neuen Halle NHL-Niveau. Die beiden finnischen Gegner geben der Schultz-Arena Höchstnoten.
Zum Start der nationalen Meisterschaft soll der Ausbau der Halle abgeschlossen sein. Auch der „Konflikt“ mit den Fanklubs in den Hallenecken steht unmittelbar vor einer Lösung. Die Vorzeichen für eine stimmungsvolle Saison im Kagraner Eishockeytempel stehen ausgezeichnet.
Die Spieler selbst sprechen davon, dass die Zuschauer in der Halle eine Art „sechster Spieler“ sein werden. Bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer auch bei einer Niederlage unterstützen wie gegen KalPa Kuopio.

Trainer Samuelsson und das neue System
In den vergangenen Jahren zeigten die Vienna Capitals unter Trainer Kevin Gaudet tolles Offensiveishockey. Viele erwarteten unter dem neuen Trainer, Tommy Samuelsson, eine Abkehr vom System. Nach zwei Spielen hat der Schwede das Umfeld der Capitals begeistert. Kontrolle im Angriff ist die neue Maxime. In der Defensive spielen die Wiener konsequent und körperlich präsent.
Anders als in den Jahren zuvor gibt es viele Spieler welche die Checks zur Gänze durchziehen. In der vergangenen Saison waren ausschließlich Benoit Gratton und Phil Lakos für die körperliche Präsenz verantwortlich. Heuer übernehmen diesen Part auch die Neuzugänge Kavanagh, Ferland, Holst und Fischer. Die Capitals werden sich in der kommenden Saison in der Defensive robuster präsentieren.
Die Verpflichtung von Samuelsson wurde mit hohen Ansprüchen an den neuen Trainer öffentlich begleitet. Nach den ersten beiden Spielen konnte der Schwede diese Ansprüche mehr als nur erfüllen. „So macht Eishockey Spaß. Schwedische Trainer können mit ihrem Konzept begeistern. Heuer wird ein tolles Jahr“, erklärt ein Fanklubvertreter im Gespräch mit Sportreport. Eine Fanstimme die stellvertretend für die Aufbruchstimmung im Fanlager in Kagran steht. Statements wie zum Beispiel „nach einer Niederlage kann ich nie zufrieden sein“ werden die hohe Popularität des Schwedens weiter fördern.
Der „neue“ Benoit Gratton
Seit dem Beginn der Playoff in der vergangenen Saison präsentiert sich Benoit Gratton wie verwandelt. Früher war der Kanadier für den einen oder anderen Aussetzer berühmt. Jetzt demonstriert er emotionale Spielweise bei kühlem Kopf. „Ich hab mein Spiel nicht geändert. Das wäre schlecht, weil ich dann nicht mehr Benoit Gratton wäre. Ich bin nach wie vor der gleiche Spieler“, erklärt Gratton grinsend.
Die meisten Experten sehen im Kanadier einen Spieler der die Meisterschaft entscheidend beeinflussen kann. Besonders in dieser Form und diesem mannschaftsdienlichen Auftreten auf dem Eis kann aus Sicht der Capitals nur gehofft werden, dass Gratton von Verletzungen in der kommenden Saison verschont bleibt.
Der Reinhard Divis-Faktor
Seine Verpflichtung hat im Lager der Fans hohe Wellen geschlagen. Im einen Lager war die Vorfreude auf den ehemaligen NHL-Goalie groß. Auf der anderen Seite wurden Divis einige Mätzchen der Vergangenheit übel genommen.
Nach nur zwei Spielen ist Divis zum Publikumsliebling geworden. Der beste Spieler in der Partie gegen Oulun Kärpät wurde von den Fans mit stehenden Ovationen gefeiert. Eine Wandlung, die für viele überraschend schnell ging.
Während in anderen Sportarten, für „ungeliebte Schlussmänner“, „Verhaltensregeln“ ausgearbeitet werden musste (Stichwort: Manuel Neuer beim FC Bayern) waren die Capitals-Fans anders. Hier reichte die sportliche Leistung um über zurückliegende Emotionen hinwegzukommen.
Ein „neuer Geist“ in Wien Kagran
Wer im Moment mit dem Trainer, Spieler oder Repräsentanten der Capitals spricht, hört häufig vom „neuen Geist“ der Capitals. Gesehen wurde dieses Gespenst bisher von Außenstehenden noch nicht. Jedoch lässt sich diese Geistererscheinung mit einem Wort gut beschreiben: Aufbruchstimmung!
Spieler, Trainer, Management und Fans sind heiß auf Eishockey. 4.700 Zuschauer an einem Donnerstag sind ein Indiz dafür, dass die Capitals auch im Hochsommer die Zuschauer in die Halle locken.
Wien ist heiß auf Eishockey – auch in einem kühlen Hochsommer. Bleibt – aus Sicht der Vienna Capitals – zu hoffen, dass die Aufbruchstimmung bis ins kommende Frühjahr anhält.
Thomas Muck/Conrad Kleiner
Link:
Der Vienna Capitals-Kanal auf Sportreport
14.08.2011