Vince Lelard: Frankreich spielt um Platz 7!

Teil zwei in unserer Serie: Das sind die Teilnehmer der Football-WM 2011 in Österreich. Heute werfen wir einen Blick auf Frankreich.

American Football erlebte in Frankreich in den letzten drei Jahrzehnten ein Wellental. Seit den frühen 80er Jahren wird der US-Sport in dem von Fußball und Rugby dominierten Land betrieben. Im Jahr 1983 wurde der französische Verband Fédération Francaise de Football Américain (FFFA) gegründet.

Einen wahren Boom erlebte Football nach dem Auftritt des US-Basketball Dream Teams bei den olympischen Spielen 1992 in Barcelona. In ganz Europa rückten die amerikanischen Sportarten vermehrt in den Fokus. Das Finale der französischen Meisterschaft wurde Mitte der 90er Jahre live im TV übertragen. 1996 zählte der Verband über 6.000 Aktive.

Mit Kontinuität zum Erfolg
Keine drei Jahre später wurde American Football in Frankreich wieder in die Steinzeit befördert. Aus finanziellen Gründen mussten etliche Vereine aufgelöst werden. Die Anzahl der Akteure halbierte sich auf knappe 3.000. Rugby warf wieder seinen übermächtigen Schatten auf den US-Sport.

Von diesem Einbruch erholt man sich in Frankreich nur langsam. Zu den Topspielen kommen mittlerweile wieder bis zu 3.000 Zuseher. Seit kurzem existieren vier American Football Akademien. Beim Nationalteam setzt man auf Kontinuität. „Die Herausforderung liegt darin, ein richtiges Team zu formen im Gegensatz zu einer einfachen Ansammlung an All-Star-Spielern“, sagt Larry Legault, Head Coach des französischen Nationalteams.

Sieben französische Spieler schafften es in die NFL-Europe. Marc-Angelo Soumah, Präsident der FFFA, war der absolute Superstar in seiner Heimat. In seiner aktiven Zeit schaffte er es ins Camp der Cleveland Browns, der Sprung in die NFL gelang schlussendlich nicht. Danach spielte er vier Jahre lang für Frankfurt Galaxy. Bei der EM 2010 in Deutschland führte er das französische Nationalteam bis ins Finale. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Präsident des Verbandes.

Kanadisches Blut fürs Nationalteam
Die Grande Nation zählt zu den besten drei Nationen Europas und zählt nach Deutschland die meisten Mitglieder. Zu ihren gefährlichsten Spielern zählt Perez Mattison, der Quarterback des Nationalteams. Vor ein paar Jahren heiratete der gebürtige Kanadier eine Französin. Dadurch erhielt Mattison einen französischen Pass und ist für den Vize-Europameister spielberechtigt.

Larry Legault war bereits in Kanada als Head Coach tätig und bringt viel Erfahrung mit. Er versucht ständig Spieler mit einer Doppel-Staatsbürgerschaft nach Frankreich zu holen um sein Team zu erstärken: „Das Problem ist, dass ein großer Unterschied zwischen Club-Football und den Anforderungen bei internationalen Bewerben besteht.“

Vincent Lelard, ehemaliger Offensive Coordinator der Vienna Vikings, glaubt, dass seine Landsleute bei der Weltmeisterschaft lediglich um den 7 Platz spielen werden: „Ich bin stolzer Franzose, aber ich liebe den österreichischen Football. Er ist der beste Europas.“

Infobox:
Frankreich
Hauptstadt: Paris
Einwohner: 62.500.000
American Football: seit 1980
Internationale Erfolge: 2. Platz (EM 2010)
Head Coach: Larry Legault
Homepage des französischen Football-Verbandes

Presseinfo AFBÖ/red

05.06.2011

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